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Wir orientieren uns an den Bedürfnissen der Kinder

Bereits mit sieben Jahren war es für Frau R. klar, daß sie später einmal als Kindererzieherin arbeiten würde. 2010 beendete sie ihre Ausbildung als Erzieherin und hat seitdem in verschiedenen Einrichtungen mit Menschen aller Alterstufen von 0–99 gearbeitet. Seit 2015 ist sie nur noch als Kindererzieherin tätig und stößt dabei verstärkt an strukturelle und menschliche Grenzen, die zu ihrer Abkehr vom staatlichen Erziehungssystem in der jetzigen Form geführt haben:

Einige der staatlichen Vorgaben des Sozialministeriums sind ja durchaus vernünftig und kindgerecht. In der Praxis konnte das aber bislang mangels Personal oder Räumlichkeiten nicht umgesetzt werden. Auch die Haltung vieler Kolleginnen und Kollegen, das habe man schließlich schon immer so gemacht und der fehlende Wille, zusätzliche Arbeits-, geschweige denn eigene Freizeit, in struktrurelle Veränderungen in der jeweiligen Einrichtung zu investieren, haben bisher in den meisten Fällen jeden grundsätzlichen Wandel verhindert.

Kindgerechte Erziehung?

Das war die Geburtsstunde ihrer Idee der Gründung eines privaten Kindergartens im Eichsfeld. Praktisch könnte man beispielsweise viel besser auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen, wenn es mehr Ruhe- und Rückzugsräume für sie gäbe. Dem stände aber der Platzmangel in den vielfach veralteten Einrichtungen entgegen.

Konkret wurde immer mit dem Mangel an Geld und Räumlichkeiten gegen jeden Veränderungsversuch argumentiert. Für mich stehen aber die Kinder als Menschen im Mittelpunkt. Kinder sind keine Nummern innerhalb eines Personalschlüssels, also so und so viel Kinder kommen auf so und so viel Erzieherinnen. Natürlich ist der vielfach zu geringe Personalschlüssel für die Kinder, die Erzieher und die Erzieherinnen gleichermaßen eine Herausforderung.

Die Beschäftigung vieler Teilzeitkräfte in der Kindererziehung erleichtere eine kindgerechte Arbeit ebenfalls nicht.

Es veränderte die Sichtweise einer Frau Behrens, also der Niedersächsischen Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, vermutlich nachhaltig zugunsten der Kinder, wenn sie selbst eines ihrer Kinder in einer staatlichen KiTa hätte betreuen lassen. Und es ist ja in den letzten Jahren auch nicht besser geworden. Faktisch ist die Partizipation der Kinder am Bildungsprozeß in den vergangenen Jahren immer geringer geworden ist und das ist ein echtes Problem.

Die wachsende Zahl politischer Vorgaben seit 2014 lasse den Erzieherinnen immer weniger Raum für die Beschäftigung mit den Kindern selbst. Die Arbeitssituation wurde für Frau R. 2015 mit der Geburt des ersten eigenen Sohnes zusätzlich anspruchsvoller, als auch sie plötzlich als Mutter nur noch halbtags als Erzieherin tätig sein konnte. Zudem lernte sie das staatliche Erziehungssystem jetzt als Mutter auch von außen kennen.

Früher gab es die Vorgabe, daß Kinder nur trocken in den Kindergarten kommen durften und darum haben wir mit unserem Ältesten im Sommer 2018(?) geübt, ihn trocken zu machen. Mit Erfolg! Im Kindergarten war das bereits nach drei Wochen wieder verschwunden, weil die Kinder nicht entsprechend begleitet wurden.

Dabei sei es so einfach, mit einer Uhr den Kindern spielerisch beizubringen, immer wieder regelmäßig, am Anfang auch noch gemeinsam, in die ›Keramikabteilung‹ zu gehen und sie so trocken zu machen.

An solchen Punkten fühlte ich mich vom Personal, also den Erzieherinnen und Erziehern weder als Mutter noch als selbst ausgebildete Erzieherin ernst genommen. Darum waren wir bereits Ende 2019(?) soweit, unseren Sohn wieder aus dem Kindergarten zu nehmen.

2018 wurde der zweite Sohn geboren und kam zu einer Tagesmutter. Bei dieser machte er – Bezeichnenderweise? – deutlich schneller größere Fortschritte als sein älterer Bruder im Kindergarten. Im November 2020 wurde schließlich der Kindergartenplatz für den Ältesten gekündigt und seitdem erzog Frau R. ihren Ältesten zunächst wieder selbst zuhause. Dazu passen auch die Erfahrungen DJ Mat-chis während einer Vater-Kind-Kur Anfang 2019 in Feldberg in Baden-Württemberg.

Erstaunlicherweise war auch hier trotz der höheren Zahl an Kindern die Betreuung viel besser, die Erzieher und Erzieherinnen gingen viel mehr auf die Kinder ein und betreuten sie deutlich intensiver. Da wurde mir klar, daß etwas Grundsätzliches nicht stimmt in unserem Erziehungssystem. Es wird meist nur noch das Geld gesehen, das vielfach fehlt, und der Mensch ist vollkommen aus dem Blickfeld geraten.

Unterlasser oder Unternehmer?

Vor diesem Hintergrund entstand die Idee der Selbstständigkeit bei Frau R., unterstützt und nachdrücklich gefördert von ihrem Ehemann, dem DJ Mat-chi:

Immer wieder habe ich meiner Frau gesagt und sage es auch heute noch: Schreib auf, was Du gern anders möchtest. Es gibt Unternehmer und Unterlasser. Unterlasser können Dir immer tausend Gründe dafür nennen, warum etwas nicht funktioniert. Unternehmer probieren aus und machen. Also schreib das auf.

Weil Frau R. und ihr Ehemann DJ Mat-chi Unternehmer sind, werden sie einen privaten Kindergarten in ihrem eigenen Haus in Bilshausen eröffnen.

In jeder Einrichtung, die ich mir für meine Kinder angesehen habe, waren die Betreuungszeiten entscheidend,

so Frau R.

Die Kindergärten und KiTas sind einfach nicht lange genug oder auch schlicht nicht zu den passenden Zeiten geöffnet, um den Eltern die nötige berufliche Flexibilität zu ermöglichen.

Diese zeitliche Flexibilität wollen die beiden, DJ Mat-chi und seine Frau, den Eltern auf jeden Fall geben.

Die Eltern müssen selbst entscheiden können, wann sie ihre Kinder bringen, wann sie sie wieder abholen und wie lange ihre Kinder bei uns sind.

Man habe zuerst auch über einen 24-Stunden-Service nachgedacht.

Wichtiger als absolute Öffnungszeiten ist es für uns aber, flexibel auf die Bedürfnisse der Eltern eingehen zu können. Dafür wollen wir Räume und personelle Kapazitäten anbieten und das sehen wir auch als ein mögliches Alleinstellungsmerkmal.

Im November 2020 hatten sich beide auch über Schulungen für Tagesmütter beziehungsweise Tagesväter informiert und waren rasch zu dem Schluß gekommen:

Das kommt für uns nicht in Frage, weil wir nicht von staatlichen Vorgaben und den Restriktionen des Jugendamtes abhängig sein werden. Als Tagesvater bin ich beispielsweise gesetzlich dazu verpflichtet, die von mir betreuten Kinder gegen alles und jedes, was die STIKO1 empfiehlt, zwangsimpfen zu lassen. Unterschiedlich dazu sollen die Eltern, die ihre Kinder zu uns bringen, ein klares Mitspracherecht haben. Darum haben wir uns dazu entschlossen, einen eigenen, privaten Kindergarten zu eröffnen.

Eine Kuh ist nicht lila

Wir bieten einen Rahmen, in dem die Kinder ihr Kindsein wieder ausleben können und begleiten sie dabei, hoffentlich möglichst rasch auch mit der tatkräftigen Unterstützung weiterer Mitarbeiter, auf dem Weg in ihr selbstbestimmtes Leben. Wir werden auch diejenigen, welche ein Kind mit Abstand am besten kennen, nämlich die Eltern selbst, mit ihren Ideen und Vorschlägen für die Erziezhung mit einbeziehen. Selbstverständlich wollen wir offen für alle Kinder mit ihren spezifischen Bedürfnissen und Eigenschaften sein und planen darum die Zusammenarbeit mit Logopäden, Heilpraktikern und weiteren Gesundheitsberufen.

Bereits jetzt betreiben die beiden selbst Viehzucht und planen den Aufbau eines eigenen Schrebergartens, um so auch den Kindern möglichst früh die Grundlagen der eigenen, gesunden Ernährung nahezubringen.

Eine Kuh ist eben nicht lila, wovon wir die Kinder dann beim Besuch des örtlichen Milchbauerns leicht werden überzeugen können. Wir bieten eine familiäre Atmosphäre statt einer Einrichtung, in der wir die Kinder nicht erziehen, sondern begleiten und fördern werden, aber nicht nach unserem, sondern nach ihrem individuellen Bild. Dazu müssen und werden die Kinder bei uns ohne staatliche Zwangsvorgaben zusammen kommen und miteinander spielen dürfen, anders als es aktuell in den staatlich reglementierten Einrichungen der Fall ist.

›Unser Angebot ist grundsätzlich einkommensunabhängig für jeden offen‹

Wir starten einen privaten, unabhängigen Kindergarten und für die Eltern werden Kosten entstehen,

so DJ Mat-chi. Um sozialen Spaltungstenzenden unter den interessierten Eltern von Beginn an wirksam zu begegnen, bemühen sich Frau R. und ihr Mann zum einen um Unterstützungsmöglichkeiten für interessierte und weniger finanzkräftige Interessenten.

Zum anderen bieten wir interessierten Eltern, die sich nicht alimentieren lassen wollen, aber auch an, uns in unserer Arbeit tatkräftig zu unterstützen, sei es beim Bau eines Sandkastens für die Kinder, dem Ausbau des Schrebergartens oder der Reparatur eines Kindertraktors.

Mit wachsendem Engagement der Eltern sinken nicht nur die Kosten für sie, sondern

desto größer ist der Gewinn auch für die Kinder, wenn beispielsweise Eltern musikalische, sportliche oder andere Angebote im Kindergarten für die Kinder machen. Gleichzeitig halten wir auch bereits die Augen nach potentiellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf.

Ein BuntesNest entsteht

Aktuell nehmen die beiden Kontakt zu allen interessierten Eltern auf, um festzustellen, wer sich überhaupt für ein solches Angebot interessiert und wieweit Eltern ihrerseits bereit sind, sich zu engagieren.

Es gibt bereits Interessenten und wir denken auch über die Organisation eines Bring- und Holdienstes für weiter entfernt wohnende Eltern nach. Wer uns seine Kinder bringen möchte und wer gern mit uns zusammenarbeiten möchte, erreicht uns am schnellsten via +49-170-3278295 oder schreibt uns ein E-mail an buntesnest@gmx.de. In Kürze kommunizieren wir auch via Telegram mit interessierten Eltern und potentiellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

  1. STIKO (Ständige Impfkommission). Zur Selbstdarstellung der zum Robert Koch Institut gehörenden STIKO siehe https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/stiko_node.html 04.04.2021.)

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