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Wilde Ilse sagt nix zu Pofalten waschen gegen Putin

Moin Leute, ich grüße Euch wieder. Ich hoffe, Ihr hattet schöne Ostertage. Leider ist die österliche Ruhe schon vorbei und wir landen politik- und medienmäßig wieder in der Themenabteilung „Untenrum“. Ich kann nichts dafür, ich schwöre es. Es ist real.

Zuerst habe ich mich gewundert, warum meine Nachbarn seit der vergangenen Woche ständig die Gardinen zuziehen, obwohl es draußen noch hell ist. Neulich habe ich mich nach dem Einkaufen gar nicht nach Hause getraut. Überall waren die Gardinen zugezogen. Kein Mensch auf der Straße. Keinerlei wahrnehmbare Regung, außer dem zerknüllten Zeitungspapier, das der Wind vor sich hertrieb. Gespenstisch.

Zugezogene Gardinen sind zwar nicht unbedingt eine Überraschung in meiner Gegend in Dithmarschen. Da guckt man schon mal hinter dem Schleier, ob der Nachbar fremde Menschen in die Bude lässt. Doch irgendwas war im Busch, das war mir klar.

Heute morgen wurde ich dann aufgeklärt. Noch ganz in Osterentspannung habe ich erst mal vor dem Frühstück ausgiebig geduscht. Ich liebe das, so erfrischt in den Tag zu starten. Doch wieder hatte ich die Rechnung ohne Mobbing-Meike gemacht, unseren hauseigenen Block- äh Energiewart.  Ihr erinnert Euch vielleicht an ihren aggressiven Einsatz gegen die Verschwendung des „schwarzen Goldes“ durch falsches Lüften.  

Während ich also unter der Dusche stand, klingelte es Sturm an der Tür. Als ich -natürlich- nicht hinging, wummerte es so heftig, dass ich, einen Polizei-Großeinsatz befürchtend, im Handtuch und tropfenden Haaren doch an die Tür ging.

Da stand sie dann schon wieder mit hochrotem Kopf, diese lebendig gewordene Durchbrechung der Herz-Hirn-Schranke, und wetterte los:

„Spinnen Sie eigentlich? Sie elende Russen-Sympathisantin. Sie duschen. Und dann noch viel zu lange. Ich habe das kontrolliert und nachgemessen. Nach zwei Minuten waren Sie noch nicht fertig.“

Ich hab da nix zu gesagt. Als ich also ohne Kommentar die Tür wieder zuwerfen wollte, stellte sie blitzschnell zuerst ihren Fuß in den Spalt, schob mich dann ruppig auf die Seite und schoss geradewegs auf mein Badezimmer zu, dessen Tür so offenstand wie mein Mund.

„Pofalte, Achseln, Füße und Leiste. Das sind die Stellen, wo die meisten Gerüche entstehen. Diese vier Stellen müssen Sie waschen. Sonst nix. Und Duschen kostet Energie und Ihren Säureschutzmantel. Das weiß doch jeder, denn das steht doch sogar in der Zeitung!“ Während sie sprach, holte sie plötzlich ihren Waschlappen aus der Tasche ihrer Küchenschürze. „Ich zeige Ihnen jetzt, wie das geht. Ist wohl nötig.“

Das war endgültig zu viel. Ich löste mich aus der Schockstarre, packte sie am Arm und zerrte sie wieder in Richtung Tür. Für eine zierliche Frau war sie ganz schön kräftig.

„Halten Sie sich gefälligst an die Regeln!“, empörte sie sich weiter. „Unser Herr Dr. Habeck, das ist immerhin der stellvertretende Bundeskanzler, fordert die Deutschen auf, mindestens 10 Prozent Energie zu sparen. Gardinen zu, Heizung eine Einheit runter, Homeoffice und Auto stehenlassen. Das tut doch keinem weh, außer Putin. Den ärgert das tüchtig, wenn wir durch weniger Duschen Energie sparen! Steht in allen Qualitätsmedien, wie Bild, Zeit, Spiegel, Tagesspiegel, Deutschlandfunk. Aber das lesen sie als Putin-Lover natürlich nicht!“ 

Ich hab da nix zu gesagt. Besser is das.

Mir war ohnehin schleierhaft, wie man es schaffen konnte, ununterbrochen zu schimpfen und sich gleichzeitig keinen Zentimeter vom Fleck zu bewegen. Schließlich gelang es mir dann doch, sie vor die Tür zu setzen.

„Sie können mich rauswerfen, aber wir vernünftigen Leute stinken gegen Putin an. Sie werden schon sehen.“

Als sie draußen war, habe ich erst mal gelüftet. Mein Gott, hat das gedauert, bis ich diese Duftmarkierung wieder aus der Bude hatte.

Ich habe es überprüft. Der Dreck stand tatsächlich seitenweise in der Zeitung, gestützt von sogenannten Experten. Es wurde auch gewarnt, dass damit noch nicht Schluss sei. Es würde eine Kampagne mit weiteren Energiespar-Hinweisen geben müssen. Habeck hat ausdrücklich gedroht, äh, davor gewarnt, dass es zur Abschaltung von Industrieanlagen kommen kann. Wir können uns also als mündige Bürger auf etwas gefasst machen.

Die auftauchenden Bilder in meinem Kopf von Dr. Habeck und Dr. Adler, wie sie ihre stinkende Pofalte, Leiste, Achseln und Füße waschen, um Putin zu ärgern, waren deutlich schwerer loszuwerden.

Kennt ihr das Buch „Am Arsch vorbei geht auch ein Weg“?  Das ist eine sehr empfehlenswerte Lektüre, auch wenn man etwas gegen politische und mediale Bevormundung im Intimbereich hat.

In diesem Sinne rufe ich dem populistischen Geschrei „Ärgert Putin“ von Politik und Medien entgegen: „Am Arsch vorbei geht auch ein Weg!“

Ich wünsche Euch also ein schönes erfrischendes, freies und freudiges Wochenende. Bis nächsten Samstag. Eure Ilse


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Max Axel Jurke
Max Axel Jurke
1 Monat zuvor

Geht mir ganz in diesem Sinne am Achterschiff vorbei. Es reicht völlig wenn Habeck und die ganze Bande zusammen wie Ottern stinken, für ihre hirnamoutierte Sanktionspolitik gegen Russland und eine herbeiphantasierte Klimakatastrophe. Ganzkörperpflege ist das einzig Richtige um sich rundherum wohlzufühlen und nicht in ein durch Krankheiten gezeichnetes, vor der Entdeckung der Hygiene, Zeitalter zurückzufallen. Auf dem Weg sind wir leider sowieso schon mit diesen Islamarschleckern dieser grunen Sekte.
Gruß Max aus Neustadt an der Weinstraße

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