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Wilde Ilse sagt nix zu “Cancel Culture bei der Initiative Mein Grundeinkommen”

Moin Leute, ich grüße Euch wieder. Ich hoffe, Ihr könnt oder konntet Euch in den Ferien schön erholen. Ist die Urlaubskasse leer und ihr hattet die Idee, zum Auffüllen derselben ein Grundeinkommen zu gewinnen? Lasst es besser. Ihr kommt sonst in Teufels Küche.

Ich war ja mit meinem Neffen Ole in die Ferien gefahren und wir haben mal Ausschau nach einer neuen Kopfbedeckung für mich gehalten. Ihr erinnert Euch, dass das Ordnungsamt meine schöne russische Fellmütze gewissermaßen als Zersetzungs- und Hochverrats-Hut ansieht und nicht wieder zurückgibt. Ich habe allerlei andere schöne Dinge gefunden, aber nichts, was meine Fellmütze zer- äh ersetzen könnte.

Mit Ole in die Ferien zu fahren war großartig. Herzerwärmende Atmosphäre im Zwischenmenschlichen und von Albernheit bis zu tiefgründigen Gesprächen war alles drin. Das Wetter war ein Traum, obwohl wir in Norddeutschland geblieben waren und einem da ja schon mal der Gegenwind so entgegenbläst, dass einem der Hut hochgeht.

Die Urlaubskasse ist jetzt leer und plietsch, wie ich bin, dachte ich: „Ilse, das ist doch ganz einfach. Du machst doch schon länger bei den Verlosungen der Initiative „Mein Grundeinkommen“ mit und da steht doch die Verlosung mit Dr. Motte an. Vielleicht gewinnst du und füllst deine Urlaubskasse wieder.“

Die meisten von Euch kennen Dr. Motte durch die Love-Parade. Jetzt hat er wieder eine Riesenveranstaltung mit ins Leben gerufen, und zwar „Rave the planet“, durchaus politisch ein Grundeinkommen für Künstler fordernd und sich für Frieden und ein großes „Wir-Gefühl“ einsetzend. Die Initiative „Mein Grundeinkommen“ war auch mit dabei. Klang für mich nach einer guten Kollaboration.

Wie der Zufall will, begegnete ich beim Lebensmittel-Einkauf nach dem Urlaub meiner ehemaligen Bridge-Clubkameradin Lena. Sie hat uns seinerzeit immer von der Initiative „Mein Grundeinkommen“ vorgeschwärmt und darum sprach ich sie auf meine Pläne und die besagte Verlosung an.

„Bist Du wahnsinnig?“, raunte sie mir zu und zog mich auf die Seite. Das mit dem Auf-die-Seite-Ziehen und konspirativ im Hauseingang Dinge besprechen scheint in Mode zu kommen. „Hast Du denn nicht mitgekriegt, dass die Verlosung mit Dr. Motte abgesagt werden musste? Ganz schlimm. Er gehört zu diesem rechten Asi-Pack, das mit Querdenkern zusammenarbeitet. Er hat sich sogar vor deren Freedom-Parade-Logo öffentlich verneigt. Stell dir das mal vor.“, platzte es ungehalten aus ihr heraus. „Das ist ganz schlimm für die Initiative „Mein Grundeinkommen“. Die haben sich glücklicherweise ausgiebig entschuldigt und richtig gut abgegrenzt. Man würde keine antisemitischen, rassistischen, homo- und transfeindlichen oder anderweitig diskriminierenden oder verschwörungsgläubigen Äußerungen jedweder Art dulden. In der Mail haben die das sogar fett gedruckt hervorgehoben, dass Dr. Motte in der Vergangenheit für rechtsradikale Äußerungen verurteilt wurde, und haben sich für die schlechte Recherche im Vorfeld also fett entschuldigt“, schwadronierte sie weiter.

Mir schwirrte der Kopf. „Lena, jetzt mach aber mal nen Punkt. Der ist doch nicht für rechtsradikale Äußerungen verurteilt worden. Da haben die doch was verwechselt. Dr. Motte ist doch kein Rechtsrocker. Der ist kreuzbraver Raver“.

„Das haben die aber in ihrer Rundmail geschrieben. Du willst doch nicht sagen, dass das schlecht recherchiert ist? Die haben sich doch für schlechte Recherche entschuldigt. Mach mal die Augen auf. Mein Grundeinkommen – das sind die Guten!“, regte sie sich auf.

Ich hab´ dann nix mehr dazu gesagt. Besser is das. Stattdessen bin ich ins Internet und habe recherchiert. Natürlich ist Dr. Motte nicht wegen rechtsradikaler Äußerungen verurteilt worden. Er hat auch mit dem Querdenker-Milieu, also dem derzeitigen Antichristen, nichts zu tun. Kreuzbrav, wie gesagt, hat er sich auf Twitter entschuldigt, er hätte das nicht gewusst und es sei ihm peinlich.

Peinlich ist genau das Wort, was mir zu der Sache einfällt. Liebe Leute von „Mein Grundeinkommen“, das tut ja schon weh. Ihr ladet einen Künstler aus, der sich für Eure Sache einsetzt, weil er sich vor der falschen Fahne verneigt hat. Auf diesem auf eine Fahne gedruckten Logo ist das Friedenszeichen mit einem roten Herz in der Mitte abgebildet und weitere Herzen als Kranz drumherum. Darüber steht in schönstem Denglisch: Ja! – Dancing.“ Und darunter „Tanzen für die Freiheit“.

Da muss man auch drauf kommen, dass das die bösen Buben sein sollen. Denn bisher sahen die Rechtsrocker-Fahnen so aus, dass auf ihnen meistens Adler und bewaffnete Krieger zu sehen sind und dass die in altdeutscher Schrift gehaltenen Texte von Ruhm, Ehre und Vaterland handeln, nicht aber von Freiheit und Liebe und Tanzen.

Heute klingelte dann auch prompt das Telefon. Lena: „Du, äh, ich habe gerade eine Klarstellung von „Mein Grundeinkommen bekommen. Du hattest Recht. Dr. Motte wurde nicht für rechtsradikale Äußerungen verurteilt. Die Initiative „Rave the planet“ hat auch nichts mit rechtsextremem Milieu zu tun. Sie entschuldigen sich.“ Ich stöhnte nur auf und fragte erschöpft nach „War die Entschuldigung auch fett gedruckt und laden Sie Dr. Motte denn jetzt doch zur Verlosung ein?“. Sie verneinte und erklärte mir dann ganz engagiert: „Nein, aber sie haben das doch gut gemacht, dass sie dann jetzt auch so eine Mail schicken. Sie sagen darin auch selbst, dass sie wichtig finden, in diesen herausfordernden Zeiten klar und korrekt zu kommunizieren, und dass sie, um das sicherzustellen, auch ihre Redaktionsabläufe und Freigabeprozesse anpassen würden. Das ist doch prima.“

„Ja nee, das ist wirklich ganz ganz prima“, platzt es nun aus mir heraus, denn so viel geballten Blödsinn auf einmal hält doch kein gesunder Mensch aus. „Mensch Lena! Das ist doch wohl das Mindeste. Erst verbreitet man Fehlinformation, ruiniert den Ruf von Menschen, wirft sich vor einem System wie ein unterwürfiger Hund auf den Rücken, das bei jeder Kritik sofort „Alarm, Querdenker=rechtsextrem“ schreit, und sagt dann hinterher lapidar: „Hupps, war´n Irrtum. Da haben wir ein falsches Bild erzeugt. Bitte lobt uns aber jetzt dafür, wie progressiv wir damit umgehen, und stellt weiter keine Fragen. Das findest du wirklich prima?“, wollte ich genervt wissen. Doch sie hatte einfach aufgelegt. Danke für das Gespräch. Ehrlich, Leute. Gott sei Dank ist das in meiner Community anders. Da hat keiner Angst vorm schwarzen, äh querdenkenden Mann, sondern man schaut genau hin, wer sich tatsächlich rechtsextrem äußert, und kann außerdem unterscheiden, ob jemand Kritik übt und sich für Freiheit einsetzt oder sein Vaterland verteidigen will, indem er bestimmte Menschengruppen als Feind deklariert und mit Gewalt aus der Gesellschaft entfernen will. Also Leute, tanzt und singt und lacht, wie es Euch gefällt und macht Euch ein schönes Wochenende. Bis nächsten Samstag, Eure Ilse


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Max Axel Jurke
Max Axel Jurke
4 Monate zuvor

Die Idee mit dem bedingungslosen Grundeinkommens stammt von den linksgrünen Sozialisten. Mit Umverteilung Wählerstimmen gewinnen können sie am besten. Auf so eine dumme Idee können Konservative nicht kommen, weil sie wissen, daß man vor dem Umverteilen erst mal erwirtschaften muß. Außer der AfD gibt es aber nur noch Scheinkonservative im Bundestag. Weil ich sonst keine Moglichkeit sehe etwas mitzuteilen tue ich das hier. In den Nachrichten gestern wurde berichtet, daß Selenskys Geheimdienst die Bevölkerung drängt prorussische Ukrainer zu melden. Das beweißt doch, daß man diesen Menschen nicht gestattet selbst zu wählen zu welchem Staat sie gehören wollen und daß es recht viele von ihnen geben muß die sich zu Rußland hingezogen fühlen. Anzunehmen, daß sie ermordet bzw. von Selenskys Nationalisten gefoltert werden. So etwas unterstützt der Westen mit seiner verlogenen Politik. Daruber berichten die Regierungsmedien nicht.

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