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Spaltung ist unvermeidbar! Wirklich?

Mit Beginn der Corona-Krise nahm die Spaltung der Gesellschaft, die es schon seit Jahren gibt, an Fahrt auf. Standen sich anfänglich die gegenüber, die Angst vor der Krankheit bzw. Angst vor den Maßnahmen hatten, sind es jetzt Geimpfte und Ungeimpfte, die sich oft einen gnadenlosen Krieg liefern. Diese Spaltung geht bis tief in die Familien hinein und hat zu heftigen familiären Auseinandersetzungen, in vielen Fällen sogar bereits zu Scheidungen geführt. Dass es anders gehen kann, zeigen Maria und ihre Mutter Helene aus dem Innviertel in Oberösterreich.

Könnt Ihr Euch bitte kurz vorstellen?

Ich bin Maria, 60 Jahre alt, bin seit 1.1. in Pension. Ich war viele Jahre in Salzburg in einer Personalberatung tätig und arbeite jetzt noch ein bisschen nebenbei als Landwirtin.

Mein Name ist Helene, ich bin Jahrgang 37 und lebe bei meinem Sohn am Bauernhof. Ich bin noch sehr gesund für meine 84 Jahre, habe keine Erkrankungen und kann mich auch noch gut selbst versorgen, obwohl ich vor drei Monaten eine Knie-Operation hatte.

Warum seid Ihr geimpft bzw. ungeimpft?

Helene: Ich bin beim Doktor gewesen, der mir gesagt hat, ich soll mich wegen meines Alters impfen lassen. Da gerade ältere und alte Menschen leicht erkranken, bin ich dem Arzt gefolgt. Ich wurde zweimal – Gott sei Dank ohne Nebenwirkungen – geimpft, will mich aber nicht noch mal impfen lassen müssen. Ich habe von einigen gehört, dass sie mit der dritten Impfung Probleme hatten. Das will ich nicht riskieren. Ich will nicht krank werden. Eine Freundin von mir wurde zweimal geimpft und war beide Male 14 Tage sehr krank. Sie konnte gar nichts mehr tun, konnte nicht arbeiten, weil sie so schlimme Schmerzen hatte. Auch sie wird sich nicht mehr impfen lassen. Ihr reicht es jetzt wirklich. Zu erleben, dass Freunde leiden, ist noch etwas anderes, als nur über Nebenwirkungen zu lesen.

Maria: Ich bin ungeimpft, da ich schon lange keine Freundin von Impfungen bin. Ich habe mich vor vielen Jahren gegen Grippe impfen lassen. Einmal und nie wieder, denn da hat es mich so richtig niedergebrackt. Ich wurde 14 Tage nach der Impfung wirklich schwer krank, hatte über 40 Grad Fieber und habe mir damals geschworen, mich nie wieder impfen zu lassen. Als gesunder Mensch sehe ich absolut keinen Grund dafür. Man nimmt auch kein Kopfschmerzmittel, wenn der Kopf nicht weh tut, nur um zu vermeiden, dass er wehtun könnte. Das, was ich über freie Medien über Nebenwirkungen erfahren habe, deckt sich mit dem, was mir auch Freunde und Freundinnen erzählen. Da spielt sich einiges ab, was gar nicht an die Öffentlichkeit kommt. Da kriege ich aus erster Hand Dinge mit, das will ich definitiv nicht riskieren.

Wie steht Ihr zur Entscheidung der österreichischen Regierung, eine Impfpflicht einzuführen?

Maria: Ich bin komplett dagegen. Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, dass man so ein Gesetz auf den Weg bringt. Die Einschränkung und Eingriffe in unser Leben mit Lockdowns und 2G-Regelungen sind für mich als Normalsterbliche nicht mehr nachvollziehbar. Ich bin es gewohnt, frei zu leben. Wenn ich mir ansehe, wie wir eingesperrt werden, nur weil wir kein Vertrauen in diese sogenannte Impfung haben, habe ich kein Verständnis.

Helene: Ich finde das ganz schlecht, dass Menschen eingesperrt werden, weil sie gegen die Impfung sind. Wenn man nicht mehr frei ist, wenn man nicht das macht, was die sagen, da ist man kein freier Mensch mehr. Im Lockdown durfte keiner auf unseren Hof kommen und wenn, dann auch nur mit Maske. Um die Eier unserer Hühner zu verkaufen, mussten wir sie immer auf den Hof stellen. Der Kontakt zu unseren Freunden und Kundschaften ging irgendwie verloren. Ich bin dadurch ein bisschen einsam geworden, wir konnten ja nur noch telefonieren. Freunde wollten mich besuchen – wegen meinem Fuß – haben nicht kommen dürfen. Das ist schon sehr mühsam.

Was unternehmt Ihr, um Euch gegen die Gesetzgebung zu wehren?

Maria: Ich gehe mit vielen 1000 Menschen immer wieder auf die Straße, um gemeinsam gegen das Impfregime anzukämpfen. Wir sind so oft wie möglich auf den friedlichen Spaziergängen unterwegs. Mein Lebensgefährte und ich fühlen uns gut dabei, treffen auf Gleichgesinnte, tauschen uns aus, lernen neue Menschen kennen, die man immer wieder sieht. Wir müssen aufstehen. Das ist Pflicht. Ich versuche meinen Standpunkt auch bei Freundinnen und Freunden darzulegen, natürlich auch bei Geimpften. Man weiß ja inzwischen, mit wem man sprechen kann und mit wem nicht. Es gilt: aufzeigen, aufstehen und nicht aufgeben.

Helene: Ich spreche mit anderen. Maria zeigt mir die wichtigsten Informationen und ich gebe es weiter, rede darüber, dass das eine Frechheit ist. Es gibt ja sonst eh kein anderes Gesprächsthema im Moment.

Wart Ihr schon früher aktiv bzw. auf Demonstrationen?

Maria: Nein! Ich bin mit 59 Jahren auf die erste Demo meines Lebens gegangen. Jetzt in der Pension fällt es mir leichter. Ich habe die Möglichkeit, etwas zu tun. Wir können nicht immer nur jammern und sagen, wie schlimm alles ist, wie schlimm die Regierung ist. Es ist meine Pflicht, selbst zu handeln, wenn ich etwas verändern möchte. Und mit meiner Mama habe ich eine überzeugte Mitstreiterin gegen das Unrecht.

Helene: Wenn ich könnte, würde ich gehen, aber mit meinem Knie kann ich das nicht. Ich schaue es mir auf Fotos und Videos an. Man sieht so viele friedliche Leute in allen Altersgruppen. Junge Leute sehe ich immer mehr, aber auch Gehbehinderte, die mit zwei Stöcken für ihre Freiheit unterwegs sind. Da bin ich in Gedanken voll dabei!

Wie verteilt sich geimpft / ungeimpft in Eurem persönlichen Umfeld?

Maria: Ich habe einen großen Bekanntenkreis. Einige sind so wie ich komplett dagegen, da kann man sich gut austauschen. Viele sind geimpft – aber nicht aus Überzeugung. Sie wollten dadurch wieder mehr Freiheit bekommen. Einmal Impfen war für sie ok – für einen Urlaub, für einen Gasthausbesuch, ohne testen zu müssen. Auch das Boostern haben viele noch mitgemacht. Aber jetzt ist für viele auch Schluss. Alle paar Monate eine Impfung, da werden doch immer mehr sauer.

Es gibt natürlich auch einige Impfbefürworter, aber das merkte man sehr schnell in den Diskussionen. Mit meinen guten Freunden, die ich oft seit 20 Jahren und länger kenne, reden wir dann nicht darüber: Ich bin nicht bereit, meinen Standpunkt zu verändern, sie auch nicht. Aber wir wollen es nicht eskalieren lassen. Dafür ist uns die Freundschaft zu wertvoll. Sie wissen aber, wofür ich stehe, und lassen mich in Ruhe. Ich habe mich in meinem Freundeskreis noch nie erklären müssen. Wir sitzen zusammen, ungeimpft, geimpft, geboostert: Jeder soll tun, was er glaubt, was er meint. Es herrscht ein respektvoller Umgang mit der Einstellung des anderen. So handhaben wir es.

Helene: Bei mir ist das so halb und halb. Auch wenn die Krankheit für uns im Alter gefährlicher ist, viele wollen sich nicht impfen lassen, weil sie die Nebenwirkungen fürchten. Ich werde sicher auch keine 3. Spritze mehr akzeptieren. Die Tante von Marias Lebensgefährten ist 93 und nicht geimpft. Sie geht eh nirgends hin und ist jetzt völlig verzweifelt wegen der Impfpflicht. Sie will das nicht. Sie ist eine sehr rüstige alte Frau, die sich nicht zwingen lassen will, weil sie viel mehr Angst vor der Impfung als vor der Krankheit hat.

Wie steht Ihr zu der jeweiligen Entscheidung der anderen?

Maria: Anfangs war das natürlich ein Thema bei uns. “Lass dich doch nicht impfen”, meine Schwester und ich sind ja strikt dagegen. Aber der Arzt hat ihr dazu geraten. Es war und ist ihre Entscheidung. Wenn sie das möchte, ist das so. Sie hat die Entscheidung selbst getroffen, es gab keine großen Diskussionen. Auch mein Bruder ist geimpft. Wir diskutieren nur manchmal über die Impfpflicht. Er ist ein Befürworter der Impfung, weil er unterwegs sein will. Wir reden nicht viel drüber. Bis jetzt hat er auch nur zwei Impfungen, noch hat er sich keinen Booster geholt. Er überlegt wohl noch.

Helene: Ich finde es richtig, dass Maria und ihre Schwester sich nicht impfen lassen. Sie wollen sich vor den Nebenwirkungen schützen, sie wollen aufpassen und das ist ihr Recht. Sie sind beide gesund. Ich ja auch. In der letzten Gesundenuntersuchung hat sich nichts ergeben, ich bin in einer guten Verfassung. Das will ich nicht riskieren, auf keinen Fall.

Habt Ihr seit Beginn der Krise Freunde verloren?

Maria: Nein überhaupt niemanden.

Helene: Ich auch nicht.

Wie habt Ihr es hingekriegt, dass kein Krieg entstand wie bei so vielen anderen?

Helene: Wir sind uns einig, uns gegenseitig zu respektieren. Ich will keinen Streit, habe mich in Diskussionen zurückgenommen. In der Familie gilt: diskutieren ja, streiten nein.

Maria: Wir respektieren die Meinung des anderen. Und in der engeren Familie klappt das sehr gut. Natürlich gibt es auch die weitere Familie mit Tanten und Onkeln, Cousins und Cousinen. Da gab es schon mal bösere Worte. So hieß es, wir sollten in die Krankenhäuser schauen oder doch mal sehen, was in Italien passiert ist. Die meisten Gespräche hat aber meine Mama geführt. Und mit ihren Geschwistern gab es dann trotzdem keinen schlimmen Streit. War das Telefon aufgelegt, hat man sich immer wieder angerufen. Inzwischen haben die meisten gelernt, die Themen zu meiden.

Was wir jetzt auch merken: Auch die Geimpften haben langsam die Schnauze voll, können ihr Leben auch nicht wie erhofft in vollen Zügen genießen. Sie sind ruhiger geworden. Nachdem sie davon ausgegangen sind, dass es bei den beiden Impfungen bleibt, sind sie überrascht, dass das jetzt häufiger auf sie zukommen soll. Dass es doch auch viele Experten gibt, die nicht von der Impfung begeistert sind, dringt langsam wohl auch bei vielen Geimpften durch.

Anfangs habe ich im Umfeld immer wieder gehört: “Ihr seid die Superspreader, die Virenschleudern”. Das hat jetzt ganz aufgehört, weil viele sehen, dass Geimpfte infiziert sind und das Virus weitertragen. Man braucht wohl nur Geduld.

Was würdet Ihr anderen empfehlen, die in einen Krieg geraten sind? Wie lassen sich Brücken bauen?

Helene: Jeder muss sich ein bisschen zurücknehmen und das Wichtigste: die eigene Familie an erste Stelle setzen. Gerade jetzt ist Zusammenhalten ganz wichtig.

Maria: Jeder kann versuchen, den eigenen Zorn, die eigene Aggressivität außen vor zu lassen. Setzt Euch gemeinsam an einen Tisch und hört dem anderen zu. Nicht jeder hat die gleiche Meinung – aber es wäre doch sonst auch ziemlich fad, wenn alle das gleiche denken. Lasst wirklich jeden seine Meinung zu dem Thema sagen und lasst Euch aussprechen. Diskutiert auf Augenhöhe – nicht zu lang, weil sonst gerät es leicht aus dem Ruder – aber versucht, den anderen zu verstehen und auch zu akzeptieren, was der andere denkt. Wenn man sich gegenseitig wieder als Freund mit einer anderen Meinung und nicht als Feind sieht, ist schon viel gewonnen.

Bildquelle: Pixabay


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