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Christiane Borowy: „Über Mobbing, Macht & Massen“

In dieser Spezial-Folge spreche ich mit der Sozialpsychologin und Traumatherapeutin Christiane Borowy über den zusammenhängenden Themenkomplex von Mobbing, Macht und Massenpsychologie. Als diplomierte Soziologin engagiert sie sich gemeinsam mit einigen Kollegen in ihrem Institut „Borowita“ dafür, die eigene Persönlichkeit zu stärken und den inneren Frieden zurückzugewinnen. Dort arbeitet sie u.a. therapeutischen mit der identitätsorientierten Psychotraumatheorie (IoPT) nach Franz Ruppert, der bereits zu den Themen manipulative Psychologie und Mutterliebe zu eng verwandten Bereichen bei mir im Interview zu Gast war. Weiterhin ist sie als freie Autorin für Frische Sicht tätig und hat als Kolumnistin für das friedenspolitische Online-Magazin Rubikon geschrieben. Anlass unseres Gesprächs waren gemeinsam geteilte Erfahrungen vor dem Hintergrund der emotionalen Manipulationstechnik Gaslighting und massenpsychologische Phänomene, die in den letzten Monaten insbesondere für Menschen mit dem persönlichen und fachlichen Hintergrund wie unserem in der Gesellschaft deutlich sichtbar wurden. Das hat bei uns tiefere Fragen aufgeworfen, denen wir in diesem Gespräch nachgegangen sind.

Christiane geht dort darauf ein, wie Mobbing überhaupt entsteht, was es bedeutet und warum es tödlich sein kann. Bereits im Gespräch mit Paula P-Cay hat sie das Thema beleuchtet und über Diffamierung, Schikanierung und in Folge die Vernichtung der Existenz gesprochen. Heute möchten wir in unserem Gespräch insbesondere den Bezug auf Herrschaftstechniken und Machtverhältnisse herstellen, die Christiane mit psychologischen, historischen und gesellschaftlichen Beispielen etwa von Rainer Mausfeld („Angst und Macht“), Gustave Le Bon/Sigmund Freud („Massenpsychologie und Ich-Analyse“) oder Daniele Ganser belegt, um die Phänomene im Kontext zu aktuellen politischen Entwicklungen zu erklären. Warum dort durch Bagatellisierung versucht wird, die offensichtlichen Auswirkungen von Mobbing klein zu reden und durch geschickte emotionale Manipulation die tatsächlichen Opfer zum vermeintlichen Täter zu machen, und welche schwerwiegenden traumatisierenden Folgen daraus für die Opfer entstehen, darüber sprechen wir ebenso wie die Bedeutung des Begriffes Rufmord, der durch Verleumdung, Vernichtungsabsicht und ein Machtgefälle entsteht. „Wenn man es nicht stoppt, hört es nicht auf – und dann ist man nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems“ sagt sie eindeutig.

Wir thematisieren den neoliberalen Kapitalismus und dessen Zusammenhang mit dem Totalitarismus, was das mit Antidemokratie, privilegierten Eliten und dummen Massen zu tun hat, und warum das ein weltweites Phänomen geworden ist, das durch Täter-Opfer-Umkehr, Regression und Verschleierungstechniken nicht nur zur Spaltung  geführt hat, sondern insbesondere durch systematische Angsterzeugung, der Aufhebung der Grundrechte und Aushöhlung des Rechtssystems zu einer Perfektionierung des Herrschaftssystems. Wir befänden uns in einem Modus der gesellschaftlichen Selbstsabotage, in der wir gesteuert durch Empörungsmanagement und Pseudo-Demokratie dem primitiven Irrglauben verfallen, eine Führungsfigur würde uns retten und wir könnten einen neuen Menschen schaffen, der all unsere Probleme löst. „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen“, bereits dieser Satz stellte sich in der Vergangenheit unserer deutschen Geschichte als prominentes Beispiel für Gaslighing heraus. Wohin das geführt hat, das wissen wir heute alle. Wie tief das in der DNA unserer deutschen Gesellschaft steckt, weiß auch Hans-Joachim Maaz.

Welche Fragen sich jeder Einzelne selbst stellen kann, um solchen tiefgreifenden Manipulationstechniken auf die Spur zu kommen, wie man das im eigenen System überprüfen kann, und wie sich Menschen damit neu formieren können, um sich diesen Entwicklungen gemeinsam entgegenzustellen, dazu gibt uns mein Interviewgast zusammen mit vielen weiteren ganz konkreten Lösungsvorschlägen greifbare Antworten. Ganz am Ende sprechen wir noch über das Buchprojekt „Menschen mit Mut“, das gemeinsam mit der Herausgeberin Andrea Drescher entstanden ist und 92 Geschichten von Menschen erzählt, die auch in diesen schwierigen Zeiten gegen den Strom schwimmen, mutige Wege gehen und in die Tat schreiten.

Ich bedanke mich bei Christiane außerordentlich für das augenöffnende und wachrüttelnde Interview, das einen umfassenden Einblick darin gibt, welche tieferen Zusammenhänge tatsächlich für die derzeit stattfindenden Mechanismen von Mobbing, Macht- und Massenphänomenen verantwortlich sind. Auch ich durfte in diesem Prozess einige neue Erkenntnisse gewinnen und wurde in meinen bereits aufgeklärten Ansichten und Eigenerfahrungen nochmals stark gefordert. Das zeigt mir damit deutlich, wie komplex und damit schwer durchschaubar solche Manipulationstechniken in ihrer gesamten Tragweite tatsächlich sind und wie wichtig es deshalb ist, sich mit Aufklärung, Kommunikation und Ich-Stärke entgegenzusetzen.

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