Menschen mit Mut – Thomas Brauner

Thomas Brauner
©privat

Wer aufrecht für die Wiederherstellung unserer demokratischen Rechte und Freiheiten eintritt, zeigt, dass es eine Alternative zum Mitläufertum gibt. Thomas Brauner ist ein Busfahrer im Widerstand. Er war es leid, für die falschen Entscheidungen der Politik den Büttel zu spielen. Wie tausende von Ladeninhabern, Kellnerinnen, Altenheim-Mitarbeiterinnen und andere Menschen, die mit Publikumsverkehr zu tun haben, sind auch Busfahrer dazu angehalten, ihre Gäste zur Einhaltung der Maskenpflicht zu zwingen. Dies ist bei Kindern eine besonders traurige Angelegenheit, denn bei Heranwachsenden richten solche „Hygiene-Maßnahmen“ besonderen Schaden an. Brauner rebellierte und forderte die Kinder in seinem Schulbus auf, die Masken abzusetzen. Was dann geschah, kostete ihn seinen Job

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Thomas Brauner, von der Bundeswehr ausgebildete Fachkraft für Schutz und Sicherheit und gelernter Busfahrer, kam 1981 in Thüringen zur Welt, wo er heute wieder lebt. Als Familienvater mit drei Kindern im Alter von drei, vier und sechs Jahren erschien ihm das Leben in der alten, ländlichen Heimat zukunftssicherer als in der westdeutschen Großstadt. Bisher ein unpolitischer Mensch, der sich für Fußball, Luftfahrt, Musik und das Drehen von Hobbyfilmen interessiert hat, ist er aufgrund einer vorläufig letzten Busfahrt, die er auch auf Video mitschnitt, bekannt geworden. Er forderte die Kinder auf, während der Fahrt die Masken abzulegen, da er überzeugt davon ist, dass es sie gesundheitlich belastet, und zeichnete alles auf Video auf. Dass er aufgrund seiner Aktion seinen Job verloren hat, belastet ihn nicht. Im Gegenteil: Seitdem ist er richtig politisch aktiv.

Andrea Drescher: Wie wurden Sie politisiert?

Thomas Brauner: Ich finde die aktuelle Politik völlig untragbar. Es funktioniert eigentlich nichts so, wie ich es erwartet hätte. Während ich in der Vergangenheit eigentlich immer nur mit einem Auge auf das politische Geschehen geschielt habe, also nur Beobachter war, muss ich mich jetzt engagieren und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Auch wenn das viele nicht verstehen.

Was tun Sie konkret?

Zunächst bin ich am 1. September in die alte Heimat zurückgekehrt — auch meinen Kindern zuliebe. Das musste vor der Einschulung meiner Großen passieren, damit diese gleich neue Freunde finden kann und nicht aus dem vertrauten Umfeld herausgerissen wird. Meine Entscheidungen richteten sich immer nach meinen Kindern. Ich bin davon überzeugt, dass es die Verantwortung der Eltern sein muss, ihre Lebensstruktur an ihre Kinder anzupassen. Das verstehen manche Menschen in meinem Umfeld zwar nicht, aber das stört mich auch nicht weiter.

Wer versteht sowas nicht?

Bekannte, Freunde, selbst manche in der Familie — sobald sie merken, dass man gegen den Strom schwimmt, wird man kritisch begutachtet. Es wird erwartet, dass ich mich anpasse, wenn ich dazugehören will. Das habe ich nie gemacht, habe immer nach meinen eigenen Vorstellungen als eigenständiger Mensch gelebt. Diese Haltung scheint in unserer heutigen Gesellschaft nicht mehr gewünscht zu sein. Man wird abgewertet, wenn man sich nicht anpasst. Man gehört eben nicht mehr dazu. Ich machte schon immer mein eigenes Ding, und seit die Kinder da sind, treffe ich meine Entscheidungen eben so, dass sie meinen Kindern zugutekommen.

War diese Orientierung an Ihren Kindern der Grund für Ihre Aktion im Bus?

Ja. Genau. Ich habe gesehen, wie sich das entwickelt. Ich bekomme vom Arbeitgeber Anweisungen, die ich für falsch halte und nicht verantworten kann. Ich war in einem Konflikt. Meine Kinder tragen keine Maske — sind übrigens auch nicht geimpft — und sind kerngesund.

Die Kinder im Bus gehen ja letztlich mit meinen in die Schule. Ich soll mit ihnen etwas machen, was ich meinen Kindern niemals zumuten würde, was ich aus Überzeugung nicht mittragen kann. Ich konnte da nicht länger mitmachen.

Und nicht mitzumachen ist ja etwas, was in einem Rechtsstaat möglich sein sollte.

Ihre Kinder sind nicht geimpft — das ist auch bei Masernimpfung möglich?

Ja. unsere Impfbefreiung wurde vom Gesundheitsamt anerkannt — ich habe das ausführlich mit den Verantwortlichen dort diskutiert und sie konnten meine Argumentation nachvollziehen. Auch jetzt können viele mein Handeln im Bus nachvollziehen — aber natürlich wird das keiner offiziell zugeben.

Wie war die Reaktion bei den Kindern im Bus?

Bis auf zwei Jungs, die Angst hatten, ihre Maske abzusetzen, war die Resonanz der Schüler absolut positiv. Erleichterung, Aufatmen, Freiheit. Es war schon seit Tagen eine gruselige Stimmung im Bus, beklemmend. Das war mit einem Schlag weg, und es war zu spüren, dass sie sich endlich wieder frei im Bus unterhalten konnten. Es war total super und hat die Kids positiv beschäftigt.

Wie war die Resonanz der Eltern?

Seitens der Eltern gab es keinerlei Reaktion bei mir direkt. Von meinem Vorgesetzten hieß es, dass sich Eltern gemeldet und über mich beschwert hätten. Ich gehe davon aus, dass es die Eltern der beiden Jungs waren, die die Maske nicht absetzen wollten und natürlich auch nicht mussten. Ich weiß es aber nicht. Seitens meines Arbeitgebers wurde ich befragt, was los gewesen sei. Seine Haltung war: „Das geht ja gar nicht“, „Wir müssen Strafe zahlen, wenn das rauskommt“, „Das verstößt gegen die Regeln“. Meine Position, dass ich für das Wohlbefinden der Kinder im Bus verantwortlich bin und quasi Hausrecht habe, ließen sie nicht gelten. Aber nachdem bekannt geworden war, dass Kinder im Bus offensichtlich durch die Masken geschädigt wurden, konnte ich das nicht mehr hinnehmen.

Wie ging es weiter?

Ich wurde am Tag der Aktion vom 29. September sofort beurlaubt und habe inzwischen meine Kündigung erhalten. Den Job bin ich los. Ich bin flexibel, kann auch LKW fahren. Nur für Geld gegen meine Überzeugung zu agieren, geht gar nicht.

Nur des Geldes wegen zu arbeiten, geht nicht. Ich habe schon zu viele Menschen gesehen, die daran zugrunde gegangen sind.

Arbeit muss ja auch Spaß machen — was in unserem System nicht so ganz einfach ist.

Sie haben nicht nur eine Maskenaktion in Ihrem Bus gemacht, sondern das Ganze gleich auch per Video dokumentiert und publiziert. Was hat Sie dazu veranlasst?

Ich wollte ein Zeichen setzen, damit es so viele Menschen wie möglich sehen können. Ich wollte zeigen, dass es Leute gibt, die sich Gedanken machen und sich aktiv dagegen wehren — auch mit vollem Bewusstsein im Hinblick auf die Konsequenzen. Wenn ich schon meinen Job verliere, sollten das möglichst viele mitbekommen. Und das ist mir ja auch gelungen.

Aber dafür sind Sie jetzt arbeitslos. Sie unterstützen jetzt die Querdenken-Bewegung — wie kam es zu dem Kontakt?

Patricia von Querdenken Miltenberg hatte mit mir Kontakt aufgenommen. Sie fand die Aktion gut und hat mich gefragt, ob ich Lust habe, am 11. Oktober nach Berlin zu kommen. Das habe ich gerne gemacht.

Ihr erster öffentlicher Auftritt?

Nein. Das war meine zweite Rede. Die erste Rede habe ich in Heiligenstadt vor 20 oder 30 Zuhörern gehalten. Da war die Stimmung seitens der Polizei deutlich freundlicher. Die saßen auf einer Terrasse von einem Café, das aufgrund von Corona nicht geöffnet war. Berlin war sehr aufregend. Vor allem auch der Ort — das Brandenburger Tor — ist ja sehr geschichtsträchtig. Das war schon etwas Besonderes. Es war auch sehr befreiend.

Inwiefern befreiend?

Ich kann mich öffentlich darüber äußern, was mich bedrückt, in der Hoffnung, dass es bei den Menschen ankommt. Es tut gut, Menschen zu treffen, die ähnlich denken. Man spürt die Solidarität der Menschen — etwas, was wir in den letzten Jahrzehnten vermisst haben. Es entsteht das Gefühl einer Gemeinschaft — die Gemeinschaft der Corona-Maßnahmen-Kritiker — die sich die gleichen Fragen stellt.

Was für Fragen stellen Sie sich?

Ich frage mich immer wieder, was das Ziel dessen sein kann, was gerade passiert. Wenn man gleichzeitig immer wieder hört, dass die Mächtigen sagen, dass die Welt unter Überbevölkerung leidet, macht mir das große Angst. Was bedeutet das alles? Einerseits klagt man über Überbevölkerung, andererseits hat man extrem große Sorgen um unsere Gesundheit — das passt doch nicht zusammen. Was da an Zwängen auf uns zuzukommen scheint, wo man überall möglicherweise ausgeschlossen wird, wenn man sich diesen möglichen Zwängen nicht beugen will, wo soll das hinführen?

Was meinen Sie?

Als Maskenbefreiter kann man heute kaum mehr an Demonstrationen teilnehmen, wird von zahlreichen Geschäften und Restaurants ausgeschlossen. Wie geht das weiter? Darf man nicht mehr arbeiten oder auf Urlaub fahren, wenn man nicht geimpft werden möchte? Aber das Ganze bietet uns auch Chancen.

Sie sehen Chancen für sich selbst?

Ja. Natürlich stelle ich mir die Frage, wie weit sie noch gehen, bis ich STOPP sage. Und was mache ich dann? Darum beschäftige ich mich mit konkreten Lösungen für den Fall, dass sie es schaffen, ihr totalitäres System zu verfestigen — denn sie haben ja schon vieles erreicht.

Ich denke darüber nach, wie ich mir eine autarke Lebensstruktur schaffen kann, um mich so gut wie möglich von Systemen unabhängig zu machen.

Für mich bedeutet es Rückkehr zu einem einfacheren Leben mit Selbstversorgung beziehungsweise Tausch von Überschüssen. Aber in der nächsten Zeit bin ich aktiver Querdenker.

Ich will wenigstens den Versuch unternehmen, das, was da auf uns zuzurollen scheint, zu verhindern. Mir ist die Rückkehr zur Freiheit ein großes Anliegen. Die Menschen müssen etwas zu sagen haben. Von den Politikern oder gar Regierungsvertretern erwarte ich mir aufgrund des massiven Lobbyismus keine Lösungen. Die Lobbyverbände sind viel zu stark mit der Politik verfilzt. Das ist gefährlich, da sie unser aller Zukunft zerstören. Die nächsten Monate werde ich mich bei den Demonstrationen engagieren.

Bekommen Sie für Ihre Demo-Auftritte Geld?

Nein. Das mache ich aus Überzeugung. Meine Kinder sollen nicht in einem totalitären System aufwachsen und leben müssen. Ich möchte nicht sagen müssen, ich war zu feige und hatte Angst vor Repressalien. Solange ich gesund bin und aktiv etwas tun kann, werde ich etwas tun und bleibe nicht vor der Playstation sitzen. Viele können oder wollen das leider nicht, sonst hätten wir andere Zustände im Land. Die Menschen müssten endlich aus ihrer Komfortzone herauskommen. Das verstehen viele noch nicht. Ich möchte sagen können: Ich habe auf ehrliche Art und Weise daran mitgewirkt, dass wir wieder menschliche Verhältnisse in unserem Land haben.

Dann hoffe ich, dass Sie das möglichst bald sagen können. Vielen Dank für Ihr Engagement.

Kurz nach dem Interview wurde Thomas Brauner seitens der Behörden der Führerschein entzogen, wogegen er gerichtlich vorgehen wird.

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Andrea Drescher, Jahrgang 1961, lebt seit Jahren in Oberösterreich. Sie ist Unternehmensberaterin, Informatikerin, Selbstversorgerin, Friedensaktivistin, Schreiberling und Übersetzerin für alternative Medienprojekte sowie seit ihrer Jugend überzeugte Antifaschistin. Zuletzt erschien von ihr „Wir sind Frieden“ sowie das "Selbstversorgerbuch für die Küche von Oma & Co"

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