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Kassel am 20.03.2021: Ein Augenzeugenbericht

Last updated on 9. Mai 2021

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Warum

Der folgende Artikel ist ein Augenzeugenbericht des Autors von der Demonstration in Kassel am 20.03.2021 auf und um den Friedrichsplatz und des anschließenden Umzugs durch Teile der Kasseler Innenstadt, ergänzt um kurze Stellungnahmen weiterer Demonstrationsteilnehmer und Teilnehmerinnen. Die eklatanten Widersprüche in der Darstellung der sogenannten Leit-Medien der Ereignisse zur eigenen Wahrnehmung machen diesen Artikel nötig1. Die Rechte am Titelbild konnten bislang nicht abschließend geklärt werden und wir bitten etwaige Rechteinhaber um umgehende Kontaktaufnahme mit der Redaktion.

Augenzeugenbericht

Beim Eintreffen auf dem Friedrichsplatz gegen 12:30 Uhr herrschte bei allen Teilnehmern, auf die der Autor beim Gang zum Denkmal des Landgrafen Friedrich II. traf, eine gelöste und friedliche Atmosphäre. Diese Atmosphäre hat nach seiner Wahrnehmung an allen Stellen auf dem Friedrichsplatz sowie während des Marsches durch Teile der Kasseler Innenstadt bis zu seiner Abfahrt gegen 17:30 Uhr das Geschehen auf dem Friedrichsplatz und der Marschstrecke eindeutig dominiert. Es waren Teilnehmer aller Altersgruppen zu verzeichnen, wie auch Menschen aus verschiedenen Bundesländern und auch nichtdeutschsprachige Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Am Denkmal des Landgrafen Friedrich II. sprachen verschiedene Personen zur aktuellen politischen Situation, unterbrochen von musikalischen Einlagen des Sängers Guy Dawsons2 und der Ärztin Perin Dinekli. Während mehrerer Gänge über das Gelände und durch die angrenzenden Straßen – Karl-Bernhard-Straße, Untere Karlsstraße, Obere Karlsstraße – waren zu keinem Zeitpunkt bei Teilnehmern und Teilnehmerinnen Anzeichen von Gewalt oder Aggression zu spüren. Der Autor wurde im Gegenteil Ohrenzeuge der Konversation von zwei Journalisten, die an ihm vorbeigingen:
Bei der Antifa sind wir rausgeflogen, hier drückt man uns als erstes ein rotes Luftballonherz in die Hand.
Diese Darstellung paßt zu dem tätlichen Angriff auf den Kollegen Reitschuster, der gestern life aus Kassel gestreamt hat 3. Die Polizei wurde vom Autor bis auf eine unbedeutende Ausnahme als vollkommen friedlich, de-eskalierend und zurückhaltend wahrgenommen. Auffällig war die wiederholte und nach keinem klar erkennbaren Plan erfolgende Umgruppierung von Polizeibeamten in den Seitenstraßen, die kurzzeitig abgesperrt, dann wieder offen, dann wieder abgesperrt waren. Bei einem dabei entstehenden, ungeplanten Nahkontakt des Autors mit einem auffallend jungen Polizisten wurde dessen große Verunsicherung und die daraus resultierende Gewaltbereitschaft deutlich. Auch beim Umzug von Walk To Freedom aus Hannover und anderen Initiativen am Nachmittag zwischen circa 15:00–16:30 Uhr durch Teile der Kasseler Innenstadt konnte der Autor keine Konflikte von Demonstrationsteilnehmern und Teilnehmerinnen mit anderen Personen wahrnehmen, noch daß umgekehrt Teilnehmer oder Teilnehmerinnen des Umzugs die Polizei oder andere Menschen attackiert hätten. Während des Umzugs wurden stattdessen diverse Bürgerrechtshymnen und andere Lieder von Guy Dawson und Perin Dinekli angestimmt und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sangen fröhlich und begeistert mit. Anschließend wurde nach dem Marsch durch Kassel und der Rückkehr des Demonstrationszuges auf den Friedrichsplatz nochmals circa eine halbe Stunde lang ausgelassen getanzt und gesungen, unterbrochen von einer weiteren Ansprache der Ärztin für Allgemeinmedizin und Homöopathie Dr. Javid-Kistel, bis der Autor den Friedrichsplatz gegen 17:30 Uhr verlassen hat. Persönlich ist der Autor allen Polizistinnen und Polizisten, Veranstalterinnen und Veranstaltern, Teilnehmern und Teilnehmerinnen dankbar, die dieses Ereignis organisiert und zu dessen aus seiner persönlichen Wahrnehmung friedlichem und gewaltlosen Ablauf beigetragen haben. Die folgenden, persönlichen Eindrücke ausgewählter Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind zufällig und nicht repräsentativ. Sie sind nicht inhaltlich, sondern gegebenenfalls nur stilistisch leicht redigiert worden:
Eine Stimmung wie bei einem Volksfest, wobei Bratwurst und Bier gefehlt haben, um eine (deutsche) Normalität vor März 2020 wieder erstehen zu lassen. Ein friedlicher Protestmarsch durch die Innenstadt, begleitet von wenigen uniformierten Polizisten und gegen jede (blödsinnige) Verordnung zum Schutz vor C19. Menschen wollen meines Erachtens zurück zu einer Normalität ohne Auflagen und haben dieses absolut friedlich sehr deutlich gemacht4.
Es war die friedlichste Demo mit dem Gefühl ins Jahr 1989 nach Leipzig versetzt zu sein 5.
Wir sind von der Grenze zur Schweiz angereist um unsere unverhüllten Gesichter für die Freiheit und die Demokratie zu zeigen. Wir haben gestern einen wunderschönen Tag in Kassel erleben dürfen. Die Menschen sind friedlich und glücklich durch Kassel gezogen. Die Polizei war sehr freundlich und hat auf direkte Ansprachen sehr zuvorkommend geantwortet. Ich denke, daß die weite Anfahrt sich gelohnt hat und wir haben mal wieder gezeigt, daß wir ernst zu nehmen sind6.
Gemeinschaft! Und Fröhlichkeit! Normalität. Alleine diese Tatsache, daß wir uns untergehakt haben, geschunkelt und getanzt, hat mir Freude bereitet, weil ich das seit einem Jahr nicht mehr erleben durfte. Da hat mein Herz gelacht7.
Eine starke, lebensbejahende Erfahrung, welche die seelische Gesundheit aller Beteiligten gestärkt hat. Wir bekennen uns zur Wahrheit und lassen uns nicht von ihrem dunklen Winter erschlagen. Wir stehen Schulter an Schulter mit den Widerstandsbewegungen der ganzen Welt, mit unseren mutigen Ärzten und Anwälten (…) Danke liebe Freunde der Wahrheit, Gesundheit und Freiheit8.
WAS für eine wundervolle Art den Frühlingsbeginn und den Beginn des neuen Jahreszyklus zu feiern! Musik, Freude, lachende Menschen, spielende Kinder, Gesang und Tanz, man könnte fast meinen wir hätten ein germanisches oder keltisches Jahreszeitenfest gefeiert, doch ging es hier tatsächlich in erster Linie um unsere Freiheit und unsere Menschenrechte. Wie könnte man das nach den erfolglosen Versuchen der Vergangenheit und nach dem Winter besser zelebrieren als so? Eine Demonstration mit einem so ernsten Hintergrund verschafft einem im Nachklang Schwung für die nächsten Tage – das will was heißen! Bis auf wenige für die Meinungsmache wichtige Ausnahmen ein großartiges Zeichen und hoffentlich auch für viele andere für die Zukunft ein Beispiel um ebenfalls aktiv zu werden.9.
  1. Alle gesehen am 21.03.2021.
  2. https://www.facebook.com/guy.dawson.79 21.01.2021.
  3. Siehe dazu das noch nicht auf Youtube gelöschte Video Der Kessel von Kassel – wie es auf der Demo wirklich war. Und wie mich die Antifa angegriffen hat. – YouTube des Kollegen Reitschuster ab 03:08 min. Zuletzt gesehen am 10.05.2021.
  4. U.K.
  5. S.B.
  6. C.S.-F.
  7. C.K.
  8. G.D.
  9. G.L.
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Stephanie Saeger
Stephanie Saeger
7 Monate zuvor

Ich unterschreibe jedes einzelne Wort, dass in diesem wunderbaren Text geschrieben steht. Ich bin dankbar und stolz, dass ich dabei sein durfte. Ein Tag voller Liebe….♥️
Für FRIEDEN, FREIHEIT, DEMOKRATIE❗✌✌
Eine Augenzeugin.

Frisuren Machen
5 Monate zuvor

Wieder was mehr gelernt! Ein lehrreicher Beitrag welchen du
veröffentlicht hast. Es ist nicht so einfach zu diesem Thema im www was zu finden.

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