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Gehen oder bleiben? Ein ganz persönlicher Kommentar

Mehr und mehr Freunde von mir verlassen Deutschland bzw. Österreich Richtung Balkan bzw. Lateinamerika. Das bedrückt mich momentan schwer. Denn natürlich stelle ich mir die Frage selbst schon länger. Nicht zuletzt diese Frage war ein Grund für meine Reise nach Paraguay im Sommer.

Wie weit muss man gehen?

Mein Opa war weitsichtig. 1933/34 hat meine Familie aus nachvollziehbaren Gründen Deutschland verlassen. Sie zogen nach Kroatien und lebten dort bis 1943 quasi unbehelligt. Mein Opa baute eine Fabrik auf, meine Mutter ging zur Schule. Und dann kamen in Jugoslawien die Ustascha an die Macht, die Nazis übernahmen auch dort.

Der Kompagnon meines Opas zeigte meine Familie als “Juden” an. Sie kamen zuerst ins Gefängnis und dann nach Bergen-Belsen. Nur ein Teil der Familie überlebte diese Zeit. Die einzige Genugtuung: als die Familie 1945 wieder nach Zagreb zurückkehrte, erschoss sich dieser Kompagnon. Er wusste wohl, was er verbrochen hatte und richtete sich selbst.

Mein Opa war weitsichtig und ging rechtzeitig. Aber er war nicht weitsichtig genug. Das Böse, das unfassbar Böse kam bis Kroatien. Damals.

Und heute? Ist das unfassbar Böse überall. So zumindest mein Eindruck.

Wohin gehen?

Kein Land scheint von dem, was gerade passiert, ausgenommen.

Außer vielleicht Weißrussland. Es stellt sich mir die Frage, wie lange Präsident Lukaschenko das überlebt. Nicht, dass ich den weißrussischen Präsidenten für den Inbegriff des Guten halte, aber noch lebt es sich dort wohl ziemlich frei. Zumindest was Corona-Maßnahmen angeht.

Ansonsten: Geimpft wird defacto weltweit. Mit mehr oder weniger Druck auf die Bevölkerung.

Selbst erlebt habe ich die Intensität der Propaganda in Paraguay – in vielen anderen Ländern Lateinamerikas ist es wohl nicht viel anders. In den Städten vergleichbar wie bei uns, am Land – also draußen in der Pampa – sehr, sehr entspannt. Obwohl Mexiko in vielerlei Hinsicht am Tropf der USA hängt, ist die Lage dort wohl auch lockerer. Noch.

Noch ist es in Lateinamerika deutlich angenehmer zu leben, nicht zuletzt auch, weil die Menschen anders sind. Netter eben. Aber wie lange noch? Wenn die Not groß wird, Lieferkettenschwierigkeiten die dortige Bevölkerung unter Druck setzen, die Arbeitsmöglichkeiten noch enger werden. Was dann? Wie geht man dann mit “Zugereisten” um?

Australien – einmal Inbegriff von Freiheit für mich – erscheint mir heute als Hölle, nachdem die ersten QZs – Quarantäne-Zentren – bereits mit Bewohnern zwangsbesiedelt werden.

Aus Tansania hörte ich, dass man begonnen hat, wirtschaftlichen Druck auf Bodo Schiffmann auszuüben. Wundert mich das nach dem Tod des Präsidenten? Eigentlich nicht.

Kroatien hat noch eine geringe Durchimpfungsrate, die Bevölkerung ist aktiv auf der Straße und protestiert gegen Einschränkungen. Und der Präsident nennt den Impfzwang in Österreich faschistisch. Danke dafür. Aber wie lange noch? Wie lange lebt er noch? John Magufuli lässt grüßen.

Die Berichterstattung aus Ungarn fühlt sich deutlich besser an als das, was man in Deutschland und Österreich erlebt. Viktor Orbán ist nun auch nicht gerade der lupenreine Demokrat, aber … auch hier die Frage: Kann er sich gegen die Eurokraten dauerhaft durchsetzen? Und die EU macht enormen Druck in Richtung Green Pass. Aber wie sagte die – nicht gewählte – EU Chefin: “Thank you for your leadership Bill“.

Führer befiehl, wir folgen? Wohin? Wenig überraschend engagiert sich just diese Dame jetzt auch noch für eine Impfpflicht in ganz Europa.

Russland kommt als Auswanderungsland für mich nicht in Frage. Wie man beim Anti-Spiegel nachlesen kann, muss man halbwegs Russisch sprechen können, um dort einwandern zu können und Impfdruck gilt nicht als Asylgrund. Die russische Impfpolitik ist für mich auch nicht klar erkennbar. Immerhin wird dort kein mRNA Impfstoff verimpft. Aber auch dort wird Impfdruck aufgebaut. Dass sich viele Russen nicht so sehr um die Gesetze zu kümmern scheinen, ist zwar ermutigend, wie sich das für Ausländer irgendwann einmal darstellt, steht auf einem anderen Blatt.

In Lateinamerika beherrsche ich die Sprache, auf dem Balkan oder in Afrika leider nicht. Will ich noch ein paar (vielleicht) entspannte(re) Jahre im Ausland leben, aber völlig andere Schwierigkeiten in Kauf nehmen? Krebstherapie in Tansania, Paraguay oder Kroatien? Hm. Aus Paraguay lese ich zunehmend von Überfällen auf Ausländer. In Mexiko, Tansania aber auch am Balkan wird es wohl nicht viel anders sein. Besser wird es mit zunehmender Armut auch nicht. Und dass die wirtschaftliche Lage weltweit den Bach herunter zu gehen droht, ist unverkennbar. In den Schwellenländern wird das kein Honiglecken.

Die nächste Frage: Will ich mich im hintersten Winkel in Afrika, am Balkan oder Lateinamerika “verkriechen” – auf die Gefahr hin, dass DIE dort früher oder später auch ankommen werden wie 1943 die Ustascha?

Wenn das passiert, bin ich in einem fremden Land, als Ausländerin, ohne meine langjährigen Netzwerke und Kontakte, ohne fundierte Kenntnisse der Region in vielerlei Hinsicht noch hilfloser als hier. Als langjährige Selbstversorgerin hier in Europa muss ich in Paraguay aufgrund der völlig anderen klimatischen Bedingungen bei null anfangen.

Ist das ein sinnvoller Schritt?

Ist Impfen das Thema?

Außerdem: Geht es denn überhaupt ums Impfen? Geht es nicht um etwas viel, viel Böseres – die absolute Unterordnung der Menschen unter eine Gewalt, die die politischen Systeme, in denen wir leben, bereits weitestgehend steuert?

Nicht nur Thomas Röper hat entsprechende Andeutungen über die Mächte dahinter gemacht. Auch Norbert Häring, Paul Schreyer, Hermann Ploppa und andere “alte Hasen” haben entsprechend recherchiert und informiert.

Nach allem, was die o.g. Journalisten publizieren, stößt man letztlich immer auf das Finanz- und Wirtschaftssystem in Form von Konzernen als treibende Kräfte hinter dem aktuellen Geschehen.

Wenn man sich die aktuellen Entwicklungen bei digitalem Zentralbankgeld anschaut, der Ice Age Farmer bietet eine hervorragende Kurzzusammenfassung zur Lage in den verschiedenen Kontinenten bzw. Ländern, wird deutlich, wie global die Kontrolle der Menschen betrieben wird.

Kann man sich dieser globalen Kontrolle überhaupt entziehen – und wenn ja wie? Einzige Möglichkeit, die ich sehe – und ich bin für jeden anderen Blickwinkel dankbar – sind lokale Netzwerke mit Nachbarn, Freunden, Gleichgesinnten. Menschen, die sich gegenseitig stützen. Mehrere meiner geimpften Nachbarn sind bereit, für mich mit einkaufen zu gehen.

Ich habe ja auch das Glück, in Österreich zu leben. Der Untertan hat wohl in Deutschland die unangenehmste Ausprägung. In Österreich gehen derzeit die Menschen zu Tausenden auf die Straße. Viele darunter, die noch nie in ihrem Leben auf einer Demonstration waren. Gutbürgerliche Spießer – im besten Sinne des Wortes. Die ganz normalen Menschen aus der Mitte der Gesellschaft. Darunter sind auch viele Geimpfte, für die der Impfzwang in unserem Land die rote Linie darstellt. Die Menschen stehen auf. Endlich!

Es ist nicht so, dass ich mir durch die Demonstrationen ein Wunder erwarte. Aber man kann sich, wenn das Gesetz durchgesetzt wird, auch Zeit kaufen. Auf dem Rechtsweg, den ich hier beschreiten kann, in Paraguay oder Tansania eher nicht.

Gehen oder bleiben?

Ich bin für mich immer noch nicht zu einer abschließenden Antwort gekommen.

Ich lebe am Land unter sehr lieben Bauern, die mir als Selbstversorgerin immer wieder unter die Arme greifen, ihren Überschuss mit mir teilen und auch mal eine Ladung Kuhmist mit Traktor “vorbeischupfen”. Ich kann hier eine ganze Weile (über)leben, ohne einen Supermarkt von innen zu sehen. Leichter wäre es, wenn ich hier in meinem Selbstversorger-Idyll nicht alleine wäre, sondern die Arbeit mit ein oder zwei tatkräftigen (!) Mitbewohnern teilen könnte. Aber ich vermute, das könnte sich ändern, sobald der Druck in den Städten größer wird.

Eine Frage, die viele von uns Nachgeborene der Opfer an unsere Eltern gestellt haben, war: “Warum habt ihr euch nicht gewehrt?” Aus diesem Trauma heraus sind wir sehr taff und wehrhaft erzogen worden. Darum weiß ich zumindest eines sicher: ich werde mich mit den mir zur Verfügung stehenden – friedlichen – Mitteln wehren.

Venceremos – no pasaran!

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