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Gedanken zu abgesagten Konzerten

Gestern am Vorabend des Vierten Advent 2021 erreichte mich die Absage der
geplanten Konzerte, mit dem Becherbacher Brückenchor. In den vergangenen 21
Monaten habe ich einige Konzertabsagen erhalten und deren Sinn versucht zu
verstehen und nachzuvollziehen.


Bereits am 15. Dezember 2020 war die Anfrage gekommen, ein wunderbares
Barockprogramm mit eher unbekannten Komponisten wie Kuhnau, Schelle, Knüpfer
sollte mit dem Ensemble L’arpa festante zum neuen Jahr erklingen.


Auch wenn die Vorgaben in den vergangenen Wochen für Zuhörer auf 2G und die
Musiker auf 3G verschärft worden waren, es zeichnete sich ab, dass von offizieller
Seite aus, das Konzert machbar sein würde und beim letzten Entscheidungstermin am
15. Dezember wurde beschlossen, die Konzerte durchzuführen.


Die Absage kommt nun durch den Chor selbst, da Einzelne um die Gesundheit, um
Leib und Leben zu fürchten scheinen. Ich frage mich: Was geschieht da gerade? Was
passiert mit unserer Gesellschaft? Meint man, das Leben anhalten zu können, um so
so das Überleben zu sichern? Und was wird das am Ende des Tages für ein Leben
gewesen sein? Was bleibt noch übrig von dem, das man Leben nannte?
Als Kommunikationsthema hat diese Episode bereits den gesamten Raum
eingenommen, ja man spricht von Corona und über Corona, schaut im Fernsehen die
neuesten Mutanten und die Zahlen positiv Getesteter an. Wunders, dass es nur noch
das zu geben scheint, wenn man die Bevölkerung von morgens bis abends zwei Jahre
lang unaufhörlich damit beschallt.


Ich verstehe die Angst, ich verstehe, dass es Fälle gibt, die schwer sind, auch
unerwartet. Tatsächlich sind viele alte Menschen mit und durch das Virus gestorben.
Einzelne waren gar im mittleren Alter und das ist besonders schmerzhaft. An die
Todesrate durch Krebs und Herz-Kreislauf Erkrankungen reicht es jedoch bei weitem
nicht heran. Im vergangenen Jahr ist die fünffache Zahl an Menschen durch das
Rauchen gestorben. Herz-Kreislauf ist die Ursache für etwa 330.000 Verstorbene.
Gegenüber etwa 30.000 sogenannten Coronatoten in 2020. Es gab im Coronajahr mit
der sogenannten Pandemie keine Übersterblichkeit. Das finde ich erstaunlich.


Wenn ich schon Zahlen nenne: Am gestrigen Tag lagen laut Robert-Koch-Institut im
ganzen Kreis Kreuznach. (www.intensivregister.de) drei Menschen wegen des Virus
auf Intensiv. Drei Menschen. Drei von 158.700 Menschen.
Ja es werden auch Menschen erkrankt und zu Hause in Quarantäne sein, die nicht auf
Intensiv liegen. Aber es ist in dieser Jahreszeit ein kein ganz neues Phänomen.


Denn was ist mit all den anderen? Den über 99 Prozent, die nicht erkrankt sind und
seit März 2020 alle Maßnahmen befolgen, Ausgangsbeschränkungen, Maskenpflicht,
Kontaktbeschränkungen und der Verzicht auf vieles, was vertraut war und zu unserem Leben einfach dazugehörte. Ob der Cafeklatsch oder der Händedruck. All das wurde
aufgegeben. Dazu die Arbeit, das Einkommen. Oft der ganze Lebensinhalt.
Ich frage mich heute, für was denn nun?
Wenn das bisher nicht zum Erfolg geführt hat, warum werden dann immer und immer
wieder, dieselben Schritte unternommen, von denen hernach gesagt wird, dass sie
nichts gebracht hätten?


Kennen Sie den Witz, wo ein Mann in Wien am Stephansplatz steht und immerzu laut
in die Hände klatscht? Ein Fußgänger geht zu ihm hin und fragt, ja warum schlagen
sie denn immerzu in die Hände? Ich vertreibe die Elefanten sagt der Mann. Darauf
der Fußgänger, ja aber hier sind ja gar keine Elefanten! Ja sehen sie, eben darum, sagt
der Mann und klatscht weiter.


Und was geschieht derzeit in diesem Land, wenn Menschen diskreditiert werden,
weil sie frei entscheiden wollen, ob sie an der Verabreichung eines Stoffs mit einer
Notfallzulassung teilnehmen möchten? Einem Stoff, der alle paar Monate erneut
verabreicht werden muss, um seine vermeintliche Wirksamkeit zu erreichen und um
den sich bereits heute, unzählige, hinter vorgehaltener Hand erzählte Vorfälle, drehen.
Hat das mit uns bekannten klassischen Schutzimpfungen noch etwas gemein?
Sind die 18 Millionen, wie vom neuen Kanzler behauptet, tatsächlich eine „winzige
Minderheit“? Und wenn sie das sind, gibt es irgendeinen überzeugenden Grund, diese
Minderheit auszugrenzen und zu diskreditieren? Wem dient das? Und wozu dient
das? Sind wir hierzulande nicht besonders aufgerufen, achtsam zu sein, wenn es
darum geht, Schilder an Geschäften anzubringen, wo einer bestimmten Gruppe der
Zutritt verwehrt wird? Viele Länder verzichten ganz auf solch restriktive
Maßnahmen. Und heute sind es sogar die Kirchen, die die Tore eben nicht mehr weit
machen. Vom Singen oder einem Zeichen der Nächstenliebe ganz zu schweigen.


Auch denke ich, wie es den vielen alten Menschen in der Einsamkeit ohne Ansprache
und vertraute Gesichter wohl ergehen mag?
Wie geht es den Kindern, die in einer solch unsicheren Zeit aufwachsen, die primär
von Vorschriften und deren Kontrolle geprägt ist? Werden sie irgendwann noch
unbeschwerten Umgang pflegen wollen, oder wird das in den kommenden
Jahrzehnten gar nicht mehr von Interesse sein, da man zu Hause bleibt und von dort
ohne direkten Kontakt digital arbeiten wird? „The new normal“ – für mich ein Bild
wie gezeichnet von George Orwell.


Wie ist es dagegen, miteinander in einem Kirchenschiff zu sitzen und bei
Kerzenschein den Klängen aus so vielen Kehlen zu lauschen? Der Atem würde in der
Kälte kleine Wolken formen und man würde vergessen wollen, was man alles
unnützes über Aerosole gelernt hat. Diese überwinden, wie wir auch lernen durften,
jede Maske. Die beschlagenen Brillengläser zeugen davon. Was man heut nicht alles
weiß!
Hätte uns Gott oder die Natur solcherart gewollt, hätte er uns wohl Filter angebaut.
Ja und hat er das denn nicht?

Aber ja doch, wir haben ein hervorragendes Immunsystem, das wir zum Beispiel an
der frischen Luft trainieren können und das uns schützt, krank zu werden. Es hilft
aufzustehen, das Haus zu verlassen und an die frische Luft zu gehen.
Es hilft, sich auszutauschen, gemeinsam zu lachen und heiter zu sein. Auch das stärkt
unser Immunsystem. Einsamkeit, Angst und Verzagtheit ruft dagegen die Krankheit
regelrecht herbei. Ebenso den ganzen Tag lang, Schreckensnachrichten anzuhören.
Das war, als ich noch Kind war, Basiswissen der alten Generation und ich durfte es so
noch lernen.


Ich hätte gerne gesungen, denn auch das, hilft der körpereigenen Abwehr. Ich frage
mich, wie es so vielen Betroffenen ergehen mag, denen ihre Arbeit und ihr Unterhalt
genommen wurde? Keine Weihnachtsmärkte, geringer Umsatz, wo die Giganten im
Internet stattdessen Milliarden umsetzen, in direkter Konkurrenz zu den
supererfolgreichen Pharmaunternehmen.
Über manchen Bürger ergießen sich Hilfsgelder, wie über einzelne Unternehmen, so
zum Beispiel der Deutsche Lufthansa, die als ehemaliger Staatskonzern die Gunst der
Stunde nutzt und nun zu Lasten der Mitarbeiter umstrukturiert. Wie wird man all
diese staatlichen Gelder für Kredite wieder erwirtschaften? Werden die aufgeblasenen
Kredite ausgelagert wie schon 2008? Oder kommt erneut ein Lastenausgleich? Wir
werden es erleben. Was wir nicht erleben werden, sind erst einmal die Konzerte des
Becherbacher Brückenchores zu Beginn des neuen Jahres 2022.


Ich möchte damit nicht enden, aber in diesen besonderen Tagen, an die Menge der
himmlischen Heerscharen denken, die Gott dereinst lobten und sangen und Ihnen
damit eine gesegnete Weihnacht wünschen:


„Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die
hüteten des nachts ihre Herde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen und die
Klarheit des Herrn leuchtete um sie und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel
sprach zu ihnen: FÜRCHTET EUCH NICHT! Siehe, ich verkündige Euch große
Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn Euch ist heute der Heiland geboren,
welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr
werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.
Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die
lobten Gott und sprachen:
Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein
Wohlgefallen.“

Lukas 2

Beitragsbild: Bildarchiv Frische Sicht ©Thomas Stimmel

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