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Der “Politikchronist” – Bücher und mehr, aber gemeinnützig

Last updated on 29. März 2021

“Greta, Klima und Corona” wird das erste Buch heißen, das der neue gemeinnützige Verein in Gründung “Der Politikchronist” in den nächsten Wochen veröffentlichen wird. Der Verein beabsichtigt, politische Bücher und andere Medien zu übersetzen und/oder zu publizieren, die von Verlagen aus kommerziellen oder anderen Gründen nicht verlegt werden, aber von gesellschaftlicher Relevanz sind.

Dabei sollen die Preise so gering wie möglich sein und die Lizenzen eine weitgehend freie Verbreitung der Informationen ermöglichen. Damit hoffen die Mitglieder des Vereins nicht nur eine pluralistische Diskussion zu ermöglichen, sondern auch Wissen zu Allgemeingut zu machen.

In Zeiten der zunehmenden Unsicherheit, was digitale Medieninhalte angeht, muss man sich darauf besinnen, wie Inhalte vor dem Vergessenwerden geschützt werden können, meinte der zum ersten Vorsitzenden des Vereins gewählte Autor Jochen Mitschka. Im Interwiew erklärt er seine Beweggründe für die Gründung und Unterstützung des Vereins und geht auf die geplanten Aktivitäten in Zukunft ein.

Wie kam es zur Gründung des Vereins?

JM: Ich habe, nach der Berichterstattung über die Proteste, Demonstrationen und Massaker in Thailand, nach dem Militärputsch von 2006 gesehen, wie in der Folge immer mehr Videos, Fotos, Berichte aus dem Internet verschwanden. Nicht nur durch Zensur, sondern auch auf Grund fehlender Aufmerksamkeit desjenigen, der die Informationen veröffentlichte. Und in Anbetracht der Tatsache, dass nun auch in Deutschland immer mehr Inhalte einfach verschwinden, wird das gedruckte Buch, oder mindestens das E-Book, zu einem immer wichtiger werdenden Werkzeug zur dauerhaften Präsentation von Informationen.”

Will der Verein in den Wettbewerb mit Verlagen eintreten?

JM:Nein sicher nicht. Wir verstehen uns als Ergänzung. Es gibt viele interessante, und für die deutsche Gesellschaft relevante politische Veröffentlichungen, die aber für Verlage entweder auf Grund fehlender kommerzieller Aussichten, oder auf Grund der ideologischen Ausrichtung, mit denen sich viele Verlage einschränken, nicht infrage kommen. Außerdem schreiben die Regeln der Gemeinnützigkeit vor, dass wir nicht in Konkurrenz treten dürfen. Wir bitten auch Verlage, bei denen noch Rechte für Medien schlummern, welche aber für den Verlag nicht interessant sind, diese an uns zu übertragen. Also wir denken, dass wir auch ein Partner der Verlage werden könnten.

Sie sprechen von “geringen Preisen” und “Wissen als Allgemeingut”. Was meinen Sie damit genau?

JM: Nun, wir müssen keine Profite erwirtschaften. Unsere Mitglieder und Sympathisanten arbeiten ehrenamtlich und im Rahmen der Gemeinnützigkeit. Also schütten wir keine Dividenden aus. Das ermöglicht uns, auch wirtschaftlich wenig erfolgreiche Projekte zu verwirklichen, und die Kosten für die Produktion niedrig zu halten. Allerdings muss ich einschränken, dass wir zu Beginn nicht bis an die Grenzen der Wirtschaftlichkeit gehen können, weil wir zunächst eine Anschubfinanzierung benötigen. Was “Wissen als Allgemeingut” angeht, wollen wir, soweit die Autoren oder andere Rechte nicht dagegen sprechen, die Medien unter einer frei kopierbaren CC-Lizenz verbreiten. Dabei spekulieren wir darauf, dass unsere Preise so niedrig sein werden, dass sich ein Kopieren im Prinzip gar nicht lohnt. Aber natürlich kann dann auch jemand, der die Inhalte in andere Formate setzen will, diese benutzen.

Da wären wir beim nächsten Punkt. Wie finanziert sich der Verein?

JM: Da gibt es einmal den eher kleinen Posten der Mitgliedsbeiträge. Außerdem wollen wir Spenden einsammeln. Aber den größten Teil der Einnahmen hoffen wir über Verkäufe von Büchern bzw. anderen Medien zu erreichen. Und ja, der Verein steht vor dem Problem, dass er, politisch neutral und eher obrigkeitskritisch, keine Unterstützung aus Steuermitteln erhält. Und da es ebenfalls keine Neigung gibt, sich durch wirtschaftliche Interessen zu einem Propagandawerkzeug machen zu lassen, existieren auch keine Großspender.

So hat der Verein definiert, dass er zur Anschubfinanzierung 60 Förderer sucht, die bereit sind, je 50 Euro zu investieren. Als Gegenleistung erhalten diese nicht nur die ersten drei Bücher mit personalisierter Widmung des Autors kostenfrei, sondern zusätzlich zur gedruckten Version eine E-Book-Version sowie einen Nachlass von 25% auf vier weitere Bücher. Wobei ebenfalls eine E-Book-Version und eine Widmung mitgeliefert wird.

Wie kann man Fördermitglied werden?

JM: Das geht ganz unkompliziert. Einfach per E-mail an jochen@mitschka.eu Kontakt mit mir aufnehmen.

Welche Bücher kann man denn von dem Verein als erste erwarten?

JM: Die ersten drei Bücher, die sich in der Korrekturphase der Produktion befinden sind:

  • Greta, Klima und Corona – Die Schock- und Angsttherapie – Buchreihe Weltpolitik – A5 – ca. 300 Seiten mit ca. 1200 Quellenangaben / Links.
  • Der Ukraine-Bürgerkrieg – Deutschlands geopolitische Ambitionen – Buchreihe Deutschlands Außenpolitik – A5 – ca. 380 Seiten mit ca. 400 Quellenangaben / Links.
  • Deutschland, Israel, Palästina – Staatsräson statt Menschenrechte und Völkerrecht – Buchreihe Deutschlands Außenpolitik – A4 – ca. 470 Seiten mit ca. 2.200 Quellenangaben / Links.

Sind noch weitere in Planung?

JM: Ja zwei weitere sind bereits in Vorbereitung. Als nächstes wollen wir herausbringen:

  • Die Corona-Demokratie – Warum wir zurück in der Zeit der Aristokratie sind – Buchreihe Deutschlands Innenpolitik – A5 – ca. 130 Seiten mit ca. 220 Quellenangaben / Links.
  • Fake-News erkennen – Ratgeber zum selbständigen Denken – Buchreihe Deutschlands Innenpolitik – A5 – ca. 80 Seiten

Wie werden Sie denn festlegen, welche Medien sie fördern?

JM: Sobald die Anfangsfinanzierung gesichert ist, werden wir eine Medien- bzw. Buchprogrammkonferenz durchführen, zu der wir die Mitglieder, aber auch die o.g. Förderer einladen werden. Diese können Vorschläge einbringen, zusätzlich zu denen des Vorstandes. Wir haben zum Beispiel die Zusage eines Wissenschaftlers, der ausführlich über die Maidanschüsse geforscht hat, sein wissenschaftliches Buch, sobald es in Englisch erschien, in Deutsch zu veröffentlichen. Aber wir denken auch daran, mit alternativen Webseiten zusammen zu arbeiten, welche bisher ausschließlich digitale Inhalte anbieten. Wir könnten uns z.B. vorstellen, “Jahrbücher” zu bestimmten Themen aus diesen digitalen Inhalten in Print- bzw. E-Book-Format zu überführen. Vielleicht auch anbieterübergreifend. So dass zum Beispiel zu einem bestimmten Thema, die Artikel aus mehreren alternativen Medien in einem Jahrbuch zusammengefasst werden.

Wichtig wird sicher auch die Veröffentlichung von Büchern, die nur in Fremdsprachen vorliegen, aber durchaus für die deutsche Gesellschaft interessant sind. Und wenn man dieses Wissen allgemein zugänglich machen will, kommt man um eine Übersetzung nicht umhin. Ich denke, wir werden viel zu tun haben.

Können Autoren denn vom Verein Honorare erhalten?

JM: In der Anfangsphase sind wir natürlich besonders dankbar, wenn Autoren ihre Werke ohne Anspruch auf ein Honorar zur Verfügung stellen. Aber natürlich muss man die unterschiedlichen Lebenssituationen berücksichtigen. Und wenn ein Autor von seiner Arbeit den Lebensunterhalt bestreiten muss, werden wir natürlich auch Autorenhonorare in der üblichen Höhe zahlen, allerdings ohne Vorauszahlung und nach erfolgten Verkäufen.

Wo kann man sich umfassender informieren?

JM: Die Internetpräsenz unseres Vereins ist noch provisorisch, aber man findet unter der-politikchronist.blogspot.com bereits einige, weiterführende Informationen.

Vielen Dank für Ihr Engagement!

Dieses Interview wurde zuerst bei KenFM veröffentlicht

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