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Demonstrationen? – Alles nur Weicheier oder gesteuerte Opposition? – Ein Kommentar

Last updated on 20. September 2021

(als Podcast zum hören auch erschienenen bei ricaPOD)

Kaum ist eine Großdemo vorbei und es ist nicht das vermeintlich gewünschte Ziel erreicht, kommen sie wieder aus der Deckung, die Rufer:

  • Alles nur Schein!
  • Mit Liebe und Tanzen, kann man keinen Blumentopf gewinnen.
  • Da muss mehr Druck aufgebaut werden. Damals 89 war das alles anders.
  • Nein, Gewalt will ich auch nicht, aber es muss anders gemacht werden.
  • Die Initiatoren sind selbst alle nur vom Staat gesteuert und sind Freimaurer, Satanisten, usw., usw.

Man könnte die Uhr danach stellen. Quasi wie auf Knopfdruck passiert es und fast niemandem fällt der Reflex auf.

Die Menschen der Bewegung halten sich für erwacht, fallen aber selbst immer wieder in die Schemen und Konditionierungen der Vergangenheit zurück und auf die Spaltungsversuche der V-Leute, die nichts anderes als eben Spaltung und eine Eskalation der Demonstranten im Sinn haben. Aber nein, das kann nicht sein, weil man zu schlau ist und darüber steht. Es ist alles genau so, wie man es wahrnimmt.

Dabei nutzt das System genau das aus, mit dem man fast jeden wieder einfangen kann:

Das Ego und die Ungeduld

Im Wissen, sollten sich die Menschen nicht wieder Spalten, die Bewegung immer größer und größer wird und damit zu einer wirklichen Gefahr. Die Menschen einfach nicht mehr das tun, was von oben angeordnet wird.

Welchen Zweck haben denn Demonstrationen?

Direkte Eskalation? Direkte Umsturzversuche? Ja, das sind die Bilder welche die Medien gerne erzeugen würden, um die Demonstranten darstellen zu können, wie man sie dargestellt haben will! Zack, wieder brav in die Falle getappt! Bravo! Aber nichts erreicht, sondern genau das Gegenteil, oder?

Das Wort „Demonstrieren“ entstammt aus dem lateinischen Begriff „demonstrare“ und bedeutet: zeigen, hinweisen, nachweisen. Es bedeutet NICHT irgendwas jetzt und sofort auf Biegen und Brechen durchzusetzen, zu belagern oder umzustürzen. Das wäre eine REVOLUTION und die ist immer mit Gewalt verbunden.

Ich mag das Wort für Demonstration, welches im romanischen Sprachraum verwendet wird daher auch sehr. Denn dort verwendet man: MANIFESTATION (sich zu erkennen geben, sichtbar werden lassen, etwas HANDFESTES entstehen lassen, wahrhaftig werden lassen)

Das universelle Gesetz der Anziehung belegt immer wieder, dass das zurückkommt, was man aussendet. Sendet man also Aggression, wird man Aggression ernten, immer. Es ist viel schwerer Menschen die Liebe ausstrahlen, tanzen und sich umarmen, mit Gewalt zu begegnen. Denn es wird dann immer schwerer die Bilder zu manipulieren, sie in ein gewaltbereites und politisch falsches Licht zu rücken. Denn je größer die Veranstaltungen werden, desto mehr Leute die nur den Staatsfunk kennen, sehen dass da etwas vollkommen anderes an ihren Fenstern vorbeimarschiert, als sie täglich in den Leitmedien zu hören, oder sehen bekommen.

Warum sind es denn wohl gerade die Aufmärsche die besonders im Fokus der Verbote stehen? Warum sollen wohl die Veranstaltungen möglichst klein gehalten werden? Infektionsschutz? Wir alle wissen, dass dies nicht so ist. Es geht um die allgemeine Wahrnehmung. Die Bürgerrechtsbewegung soll klein, aggressiv und politisch extrem bis terroristisch wahrgenommen werden. Und viele tun ihnen jetzt sogar den Gefallen und fordern mehr Aggression. Zack: Die Falle ist wieder zugeschnappt.

Es geht aber bei einer Bürgerrechtsbewegung eben darum möglichst GROSS zu werden. GRÖSSE ist es was Menschen bewegt sich anzuschließen. Zumindest ist dann die BEREITSCHAFT gegeben, sich damit zu befassen. Größe ist die Voraussetzung, dass Medien nicht mehr anders können, als sich objektiv mit den Inhalten der Bewegung zu befassen und ihre Darstellung zu ändern. Aggression und Gewalt, spielt aber den Machthabern und ihrer Strategie in die Hände.

Wenn man Menschen fragt -die sagen, dass 89 die Bewegung anders war- ob damals Gewalt im Spiel war, bestätigen diese, dass dies nicht der Fall war. Aber man hätte mehr Druck gemacht! Womit hat man denn damals mehr Druck gemacht? Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass damals die Kirchen involviert waren und zu friedlichen und liebevollen Demonstrationen aufgerufen haben. Was war damals also anders? Wir haben ebenfalls skandierende Sprechchöre gehabt?

Was war also anders? Nichts, was die Bewegung selbst betroffen hätte. Der eklatante Unterschied war: Es gab eine objektive mediale Berichterstattung der Medien im Westen, welche alle in Ostdeutschland natürlich ebenfalls sehen konnten. Daher wuchs und wuchs und wuchs die Bewegung und es war die schlichte Grösse die nicht mehr ignoriert werden konnte.

Was war noch anders?

Hunderttausende Menschen entflohen dem System über Umwege und Länder die ihnen offen standen und die wiederum ihre Grenzen Richtung Westen geöffnet hatten.

Dies wird alles vergessen, wenn die Vergleiche gezogen werden.

Die Demonstrationen selbst funktionierten nicht anders wie heute. Es wurde gebetet vor, oder während der Demos. Friedensgottesdienste veranstaltet. Vergessen? Mehr Aggression, mehr Druck? Absolut und definitiv nicht! Es war das schlichte Wachstum und die drohende Entvölkerung, welche den Druck so groß machte, dass man nicht mehr anders konnte.

Eine Eskalation entstand erst, als der Umsturz quasi schon gelungen war und man versuchte Akten zu vernichten. Dies veranlasste die Menschen damals dazu, die Stasi Zentrale zu stürmen, um das zu verhindern.

Wenn jetzt also Menschen auf den Plan treten, die behaupten es wäre anders gewesen, schaut es Euch genau an. Was steckt wirklich hinter ihren Gedanken? Sind diese Menschen nur einer Fehlinterpretation aufgesessen, oder verfolgen diese damit eine Spaltung, oder eben die Bilder zu erzeugen, die man haben will?

Jede neue Bewegung erzeugt Strategien bei den Machthabern, diese möglichst schnell zu zerschlagen. Erzeugen die Machthaber diese Bilder nicht direkt selbst, müssen sei dafür sorgen, dass diese erzeugt werden. Also werden schnell Menschen in einer Bewegung installiert, welche eigentlich aus den Reihen der Regierung stammen und dann eben die bisherigen Köpfe der Bewegung angreifen, in ihrer Vergangenheit kramen, um irgendetwas zu finden, mit dem man sie diskreditieren kann.

Am Besten wäre es dann selbst in so eine Führungsposition zu gelangen. Dies erleben wir z.B. immer wenn neue Parteien gegründet werden, die “gefährlich” werden könnten. Parteien, die mit einer ganz anderen Intention gestartet waren und auf einmal in die Richtung schwenken, in welche man sie framed. So hat man dann die Opposition schnell wieder unter Kontrolle.

Im Moment sehe ich wieder Forderungen wie: “die Demonstrationen seien zu lasch und mit predigen von Lieben und Frieden käme man nicht weiter. Man müsste aggresiver werden, belagern” usw.

Einmal davon abgesehen, dass dies weder logistisch und nachhaltig machbar wäre und nicht genügend Menschen auf den Plan rufen könnte, die Dauerhaft dazu in der Lage, bzw. dazu bereit wären. Nein, es würde eben dann genau wieder die Bilder erzeugen: “Schaut, die halten doch gar nicht zusammen. Ein kleiner, aggressiver, gewaltbereiter Haufen belagert jetzt den Reichstag.”

Mittlerweile ist hinlänglich belegt, dass der Reichstagssturm eine inszenierte Sache war und man will trotzdem wieder auf solche Strategien hereinfallen?

Was wird also zum Erfolg einer Bewegung führen? Eben durch Wachstum. Alleine dadurch , dass der Druck aus der Masse so groß wird und sich die Machthaber dem nicht mehr entziehen können. Auch kann man mittlerweile beobachten, dass viele Menschen das Land verlassen, oder auf der Suche nach neuen Lebensmöglichkeiten im In- und Ausland sind.

Es ist zu beobachten, dass Unternehmen welche Restriktionen unterliegen aufhören, sich diesen zu unterwerfen.

Es ist zu beobachten, dass immer mehr Staatsdiener, Behörden und Gerichte sich nicht mehr der Staatslinie unterwerfen.

Das passiert nur, weil die Bewegung in der positiven Wahrnehmung steigt. Weil die Menschen, die alleine den Staatsfunk und ihr Fenster zur Straße kennen, jetzt sehen, dass die Wahrnehmung vor dem Fenster eine andere ist und plötzlich auch runter auf die Straße kommen, oder Schilder aus dem Fenster halten, dass sie verstanden haben.

Parallel arbeiten viele Anwälte, Ärzte und Wissenschaftler der Bewegung mit Hochdruck an Strategien, die Rechtswege national und international ausschöpfen zu können.

Es ist immens wichtig möglichst alle Wege auszuschöpfen. Das eine tun, ohne das andere zu lassen. Verfolgt man nur einen Weg und hört auf die, welche sagen: Man muss nur dies oder das tun und das andere würde nichts bringen, ist man immer in der Gefahr, in einer Sackgasse zu landen und dann vor dem Nichts zu stehen, weil man nicht auch die andere Straße, mit anderen Transportmitteln, parallel genutzt hat. Wer sich auf dem einen Weg sieht, soll diesen verfolgen, aber nicht versuchen zu verhindern, dass parallele Wege ebenfalls genutzt werden. Man darf nicht versuchen diese schlecht zu machen, weil „sie nicht der eigene Weg sind“. Das nutzt niemanden etwas, sondern würde nur das Ego befriedigen.

Als Fazit bleibt daher zu sagen:

  • Ich sehe die Bewegung auf einem erfolgreichen Weg, wenn sie sich nicht durch V-Leute und Maulwürfe wieder spalten lässt.
  • Jeder soll seine Strategie verfolgen und dort unterstützen, wo er sich sieht.
  • Jeder sollte anfangen in die Eigenverantwortung zu kommen (sich zu manifestieren), welche ihn unabhängiger von Staat und Behörden macht.
  • Jeder sollte sich mit Menschen zusammentun, welche sich gegenseitig Mehrwerte geben können, ohne dass dafür Geldmittel notwendig wären. Wenn man eine andere Gesellschaft entstehen lassen möchte, muss man sie selbst im Kleinen bereits so leben, als gäbe es sie im Großen.

Geht also auch weiter auf die Straße und zeigt wie ihr wirklich seid. Friedlich, Demokratisch, voll Liebe, aber bestimmt im Ziel die Gesellschaft wieder zu dem zu machen, was den Namen Gesellschaft verdient. Nicht ein Sammelsurium von in sich abgeschotteter Egozellen, die nur um ihren eigenen Vorteil bedacht sind.

(Anmerkung des Autoren: Es wurde in dem Text auf das Gendering verzichtetet, da aus Sicht des Autoren dadurch eine beabsichtigte Spaltung und ein umgekehrter Rassismus entstehen kann)

Bildnachweis: Symbolbild / Shutterstock ©  Iconic Bestiary

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Ulrika
Ulrika
7 Monate zuvor

Alle Vergleiche zu 89 (DDR) hinken ganz gewaltig an einem entscheidenden Punkt.
Niemals war eine Bevölkerung abhängiger vom System als aktuell. Gerade die Altersgruppe 25-50 ist davon am massivsten betroffen. Totale finanzielle Abhängigkeit in Form von Haus- Wohnungskrediten und Schulden, damit Abhängigkeot vom Job prägt diese Gesellschaft. Das gab es in der DDR so nicht. Es gab weder ein freies Geldsystem, noch nennenswerte finanzielle Abhängigkeit. Man konnte seinen Job verlieren, musste einen anderen ausüben, aber niemals die Existenz. Diese Existenzangst ist der große Unterschied, der Menschen heute davon abhält ihre Meinung zu sagen, und aktv zu werden .

Harry
Harry
6 Monate zuvor

Bin gerade auf den Text gestoßen und möchte – auch 3 Wochen später – noch eine Bemerkung dazu machen.
Die Einschätzung, dass in der DDR ´89 die objektive mediale Berichterstattung aus dem Westen der eklatante Unterschied war, kann ich nicht teilen. Heute gibt es ein Vielfaches an Nachrichtenquellen, und der interessierte Leser/Hörer/Zuschauer hat unendlich viel mehr Möglichkeiten sich zu informieren (was die Auswahl nicht leichter macht). Mit der gleichen Selbstverständlichkeit, mit der wir früher neben Aktueller Kamera auch Tagesschau geguckt haben, können wir heute neben ARD eben auch (z.B.) RT und viele andere nutzen.
Ein (der?) gravierender Unterschied gegenüber ´89 besteht aus meiner Sicht darin, dass im Osten vor 30 Jahren die Ablehnung des politischen Systems DDR tatsächlich ein Massenphänomen war. Heute dagegen haben sehr viele Menschen einerseits das neoliberale Denken („ich bin für mein Glück/Unglück selbst verantwortlich“) total verinnerlicht, andererseits hat die (medial hochprofessionell erzeugte) Angst vor Krankheit bei vielen – auch bei intelligenten, gebildeten, studierten – Mitmenschen einfach den Verstand blockiert. Mit einem Schlag werden plötzlich Jahrhunderte der Aufklärung, demokratischer Bewegung und soziale Errungenschaften hinweggefegt, und wir stehen wieder im Mittelalter: Die Pfaffen von der Kanzel (Glotze) predigen von Teufel & Sünde & Buße-tun, und wir binden brav den Maulkorb um und halten Abstand. Unterdessen ziehen sie uns das Fell über die Ohren, plündern unsere Länder aus, und zetteln gleich noch den nächsten Krieg gegen unsere Nachbarn an. Denn dass wir uns mit unseren Nachbarn verstehen und womöglich friedlich zusammenarbeiten, wäre das Schrecklichste für „die da oben“.
Außerdem – hier stimme ich Ulrika ausdrücklich zu – eine wirtschaftlich existenzielle Abhängigkeit gab es im Osten in dieser Form nicht. Auch mit großem Fleiß und Klugkeit konnte man nicht (oder kaum) „groß rauskommen“ (mit politischem Opportunismus schon), aber eben auch mit Faul- oder Dummheit nicht „unten durchfallen“ (außer mit politischer Aufmüpfigkeit).
Dieses politisch angepasste Verhalten um den Job nicht zu riskieren betrifft hier und heute keineswegs nur die Unterschicht. Auch Journalisten und Ärzten, Juristen und Professoren sitzt das „Hemd näher als der Rock“, und also sagen und schreiben sie das, was die Karriere nicht gefährdet. Es ist sicher kein Zufall, dass viele der kritischen Köpfe, die in der Öffentlichkeit wirksam werden, pensioniert, emeritiert sind und /oder in wirtschaftlich sehr sicheren Verhältnissen leben. „Eine eigene Meinung muss man sich leisten können, oder mit Brechts Worten „Erst kommt das Fressen, dann die Moral.“
Kurzum: Wenn wir von 1989 für 2021 ´was lernen können, dann vielleicht dies: Erst wenn die Masse sich ihrer Masse bewusst wird und als Masse die politischen Zustände ablehnt, kann sie etwas erreichen. Solange Querdenker aber für viele noch ein Schimpfwort ist, und die meisten Menschen sich mehr für ihren Impftermin interessieren als für demokratische Grundrechte, behält Warren Buffet recht: Es herrscht Klassenkrieg, und wir – die Reichen – gewinnen.

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