David Erler – Wie ein Musiker ins Netz ging!

David Erler – Gründer der sehr erfolgreichen online Petition: „Hilfen für Freiberufler und Künstler während des Corona-Shutdowns“- schreibt in diesem Gastbeitrag über seine Entwicklung hin zum Sprachrohr einer ganzen Berufsgruppe.

Anfang März beschlich mich zum ersten Mal der Verdacht, daß diese Passionszeit anders werden könnte als in den Vorjahren. Ich war für einige Tage mit CD-Aufnahmen in Süddeutschland beschäftigt, und ganz nebenbei erreichte mich eine Meldung von Kollegen, daß in der Schweiz Konzerte abgesagt wurden aufgrund einer Allgemeinverfügung in Sachen Corona.

Als mir klar wurde, daß das wohl nur der Anfang sein würde, hatte ich sehr bald die Befürchtung, daß die bereits von staatlicher Seite in Aussicht gestellten finanziellen Unterstützungen einmal mehr nur bei Banken, Großunternehmen u.ä. ankommen würden.

In der Folgewoche ereilte es mich dann selbst: der 11. März 2020 markierte den Beginn der Absagen in Deutschland, die ersten Festivals mußten aufgeben, und auch mir wurden erste Konzerte abgesagt. Als mir klar wurde, daß das wohl nur der Anfang sein würde, hatte ich sehr bald die Befürchtung, daß die bereits von staatlicher Seite in Aussicht gestellten finanziellen Unterstützungen einmal mehr nur bei Banken, Großunternehmen u.ä. ankommen würden.

Schließlich hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in einer Pressekonferenz bereits zu Protokoll gegeben: „Es ist aus meiner Sicht leichter, auf ein Konzert, ein Fußballspiel oder einen Clubbesuch zu verzichten, als auf den Weg zur Arbeit oder darauf, dass ein Kind in der Krippe betreut wird.“

Was er dabei nicht bedacht hat: für diejenigen, deren Broterwerb all diese Dinge sind, ist es eben nicht leichter, auf ein Konzert, ein Fußballspiel oder einen Clubbesuch zu verzichten. Jedoch implizierte seine Aussage zugleich auch: Konzerte, Fußballspiele, Clubbesuche etc. sind nicht nötig. Wir, die wir mit diesen und ähnlichen Aktivitäten unser Geld verdienen, sind nicht nötig. Auf uns kann leicht verzichtet werden, wir sind nicht systemrelevant.

Sehr spontan verfaßte ich deshalb eine Petition mit dem Titel: „Hilfen für Freiberufler und Künstler während des Corona-Shutdowns“.

Sehr spontan verfaßte ich deshalb eine Petition mit dem Titel: „Hilfen für Freiberufler und Künstler während des Corona-Shutdowns“. Es war mir wichtig, schon zu diesem frühen Zeitpunkt darauf hinzuweisen, daß mit der zu befürchtenden Absage mindestens aller Großveranstaltungen unzähligen Beteiligten auf einen Schlag sämtliche Einkünfte und damit die wirtschaftliche Existenz wegzubrechen drohte, und daß es deshalb nach den sich abzeichnenden schnellen staatlichen Verordnungen ebenso schnelle staatliche Finanzhilfen auch für uns Freiberufler und Solo- Selbständige geben müsse.

…keine starke Lobby, die sich für die Belange der Kulturschaffenden einsetzt.

Der Kulturnation Deutschland, dessen war ich mir sicher, drohte sonst ein nie dagewesener Kahlschlag. Und anders als Banken, Großunternehmen u.ä. gibt es keine starke Lobby, die sich für die Belange der Kulturschaffenden einsetzt. Ich schrieb deshalb (mehr im Affekt) meinen Petitionstext, erinnerte mich dabei an eine sehr treffende Rede Richard von Weizsäckers zum Wert der Kultur, fügte ein eher zufällig gefundenes und für passend erachtetes Bild der Mona Lisa mit Mundschutz hinzu, schickte den Link an eine Handvoll Kollegen – und fuhr zum Proben nach Freiburg im Breisgau.

Aber auch dieses Projekt stand unter keinem guten Stern. Zunächst wollte der Veranstalter, der Freiburger Bachchor, auf jeden Fall durchhalten, die Zuhörerzahl auf unter 1000 beschränken und die Aufführung der Bachschen Matthäuspassion unbedingt noch stattfinden lassen. Die Proben begannen hoffnungsvoll und wie geplant. Aber noch im Laufe des ersten Probentages kam die Kehrtwende: auch dieses Konzert mußte abgesagt werden. Da wir aber nicht einfach so auseinandergehen wollten, kam es zu einem sehr spontanen Entschluß: mit allen Anwesenden sollte noch am Abend ein kompletter Durchlauf der Matthäuspassion stattfinden. Ein Privatkonzert nur für uns, für unser aller Seelenheil gewissermaßen. Und so wurde dieser Abend äußerst emotional: niemand konnte ja wissen, wann es ein nächstes Mal geben würde, und diese Ungewißheit durchzog die gesamte „Aufführung“, die im Rückblick für uns alle wohl enorm wichtig war und auch mich selbst noch durch die nächsten Tage trug.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die Petition bereits über 50.000 Unterschriften und schien sich wie ein Lauffeuer zu verbreiten. Auf der Rückfahrt nach Leipzig am nächsten Morgen gab ich aus der Bordtoilette des ICE mein erstes Radiointerview, und noch im weiteren Verlauf der Zugfahrt rief ein zweiter Journalist an, man wolle mich mit einem kleinen Fernsehteam am Bahnhof empfangen. Erst da wurde mir so richtig klar, daß ich ganz offensichtlich zur richtigen Zeit die richtigen Worte gefunden, ganz grundsätzlich wohl einen Nerv getroffen hatte. Die Mona Lisa als Eyecatcher war dabei das berühmte i-Tüpfelchen.

bin ich nun so etwas wie der „Klassensprecher“ einer ganzen Szene geworden, während fast die gesamte Kultur und ganz besonders die Musik- und Konzertwelt, wie wir sie bisher kannten, sich im Netz der Spinne „Corona“ verhedderte.

So nahmen die Dinge ihren Lauf – und wenige Wochen, unzählige Zeitungs-, Radio- und Fernsehinterviews sowie inzwischen über 284.000 Unterschriften später bin ich nun so etwas wie der „Klassensprecher“ einer ganzen Szene geworden, während fast die gesamte Kultur und ganz besonders die Musik- und Konzertwelt, wie wir sie bisher kannten, sich im Netz der Spinne „Corona“ verhedderte.

Täglich erreichen mich seitdem Mails und Anrufe der verschiedensten Menschen, ich habe hunderte Nachrichten beantwortet, und dabei war es mir immer wichtig, positiv zu sein und Zuversicht zu verbreiten. Während ich in den vielen Interviews mit Zeitungen und Radiosendern in ganz Deutschland aber dennoch sehr deutlich die Befürchtungen und Probleme aufzeigen konnte. Womöglich war diese ganz neue Arbeit auch ein Weg, der Depression zu entfliehen, die mir natürlich ebenfalls drohte; schließlich wurde auch mir – als Hauptverdiener einer vierköpfigen Familie – der finanzielle Boden unter den Füßen von einem Tag auf den anderen weggerissen.

Zu Beginn schrieben mir viele Unterstützer außerdem mit dem Wunsch, doch auch ihre Berufsgruppe noch explizit zu nennen. Da die Petition jedoch von Beginn an vor allem auf Künstler und Kulturschaffende ausgerichtet war, verzichtete ich darauf, den Text immer mehr zu erweitern.

Zu Beginn schrieben mir viele Unterstützer außerdem mit dem Wunsch, doch auch ihre Berufsgruppe noch explizit zu nennen. Da die Petition jedoch von Beginn an vor allem auf Künstler und Kulturschaffende ausgerichtet war, verzichtete ich darauf, den Text immer mehr zu erweitern.

Die Berufs-Liste jedoch führe ich im Hintergrund, und sie wächst noch immer weiter und weiter. Das wurde eines der größten Lernfelder für mich: wie weitverzweigt und vielfältig die Szene der Freiberufler in Deutschland ist, war mir vollkommen neu und verblüfft und beeindruckt mich noch immer! Es ist dies, wie mir eine erfahrene Netzwerkerin auf Landesebene versicherte, zudem das erste Mal überhaupt, daß sich die gesamte Szene der Freiberufler so solidarisch versammelt und versucht, mit einer Stimme zu sprechen! Das macht mich als Initiator des Ganzen dankbar und demütig zugleich, und ich werde auch deshalb weiterhin mein Bestes geben, dieser Verantwortung so gerecht wie nur möglich zu werden.

Viele Zuschriften enthielten auch sehr ausführliche und zum Teil wirklich enorm bewegende Schilderungen von persönlichen Schicksalen.

Viele Zuschriften enthielten auch sehr ausführliche und zum Teil wirklich enorm bewegende Schilderungen von persönlichen Schicksalen. Ich wurde um Rat gefragt, um Hilfe gebeten, an wen man sich denn am besten wenden könne – aber vor allem wurde und wird mir auch gedankt dafür, all diesen Menschen mit dem Starten der Petition eine Stimme gegeben zu haben.
Dank des enormen Interesses seitens der Medien konnte ich sehr ausführlich und immer wieder Hintergründe und Details in die Öffentlichkeit tragen. Und ich wage zu behaupten (und bekam es indirekt auch aus politischen Kreisen schon bestätigt): daß fast von Beginn an in allen Verlautbarungen und Absichtserklärungen seitens der Bundespolitik auch die Kreativszene, Freiberufler und Solo-Selbständige zumindest erwähnt und mitgedacht wurden, ist zu einem Teil auch dieser Petition und dem enormen Zuspruch, den sie erfahren hat, zu verdanken.

…man muß unermüdlich dranbleiben

Allerdings hoffe ich, hoffen alle, die unterschrieben haben, noch immer darauf, daß die versprochenen Hilfsmaßnahmen auch wirklich bei uns Betroffenen ankommen. Bislang tun sie das zu einem großen Teil leider nicht (auch wenn in der öffentlichen Wahrnehmung erfolgreich dieser Eindruck erweckt wurde), sondern es werden Tausende in die Grundsicherung gedrängt, die die prekäre Lage aber auf lange Sicht nur noch mehr verschärfen würde. Zumal wir alle nicht arbeitslos sind, sondern lediglich einem staatlich verordneten Berufs-Ausübungsverbot unterliegen – die Arbeit geht natürlich weiter, denn wer nach dem Shutdown irgendwann wieder auftreten möchte, der muß am Ball bzw. im Training bleiben!
Im Zusammenhang mit meiner Petition habe ich darum auch das in den vergangenen Wochen gelernt: man muß unermüdlich dranbleiben, sich über jeden kleinen Erfolg freuen und freundlich, aber bestimmt nachhaken, wenn das Ergebnis noch nicht so ist, wie man es sich gewünscht hätte. Vielleicht ist das ja auch genau der Weg, auf dem Politik am besten gelingen kann?

Derzeit wandle ich also gewissermaßen zwischen zwei Welten.
Auf der einen Seite die Welt des Sängers, des Künstlers, der gern auf der Bühne stehen und dem Publikum die Botschaft der Musik überbringen möchte; Musik ist nicht nur schönes Beiwerk oder gar – in Anlehnung an Jens Spahn – verzichtbar, sondern sie ist meine Berufung, mein Platz in der Gesellschaft. Johann Sebastian Bach sagte, daß alle Musik zur Ehre Gottes und zur Rekreation des Gemüts dienen solle, und ich darf als Sänger, als direkter Vermittler dieser seelischen Auferbauung den Zuhörern im besten Sinne dienen, darf gewissermaßen das Sprachrohr des Komponisten und des Textes sein. Welch eine Verantwortung, und welch ein Privileg zugleich!
Auf der anderen Seite die Welt des Lobbyisten, da ich inzwischen eben auch Sprachrohr für annähernd 300.000 Petitionsunterzeichner bin; Menschen, die ihre Hoffnung auf meine Arbeit setzen, die mich um Rat fragen, die mir Mut machen, weiterhin am Ball zu bleiben, damit sie selbst nicht den Mut verlieren müssen. Nicht zuletzt ist dies auch eine Rolle, mit der ich derzeit eine noch nie gekannte mediale Aufmerksamkeit erreiche. Und auch das ist Verantwortung und Privileg zugleich.

…ich bin ein gläubiger Mensch! Ich glaube fest daran, daß wir in dieser Krise nicht allein sind

Aber ich bin ein gläubiger Mensch! Ich glaube fest daran, daß wir in dieser Krise nicht allein sind, sondern daß wir am Ende gestärkt aus ihr hervorgehen können und nicht verzweifeln müssen, daß da ein Gott ist, der weiß, was wir brauchen und unsere Gebete erhört. Und ich glaube ebenso fest daran, daß es kein Zufall ist, daß gerade ich diese „Klassensprecher“-Rolle übernommen habe. Was dann schließlich und endlich am Ende dieses Weges stehen mag, darauf bin ich selbst sehr neugierig.

…nie zuvor gab es wohl so viele Online-Konzerte, Streaming-Formate, Selfmade-Videos von einzelnen Künstlern oder ganzen Orchestern, kunstvoll zusammengesetzten Einzelaufnahmen zu immer wieder überraschenden und manchmal extrem kreativen Endprodukten.

In der Zwischenzeit geht die Musik, geht die Kultur auf ganz andere Art und Weise ins Netz: noch nie zuvor gab es wohl so viele Online-Konzerte, Streaming-Formate, Selfmade-Videos von einzelnen Künstlern oder ganzen Orchestern, kunstvoll zusammengesetzten Einzelaufnahmen zu immer wieder überraschenden und manchmal extrem kreativen Endprodukten. Selbst Kirchen, die nun wahrlich nicht im Verdacht standen, in Sachen Digitalisierung sonderlich fortschrittlich zu sein, gehen nun online und versorgen ihre Schäfchen mit Internet-Gottesdiensten.

Ein absoluter Höhepunkt dieser Aktivitäten war dabei wohl die Aufführung der Johannespassion Johann Sebastian Bachs am Karfreitag in der Leipziger Thomaskirche: in eine Trio-Fassung für einen Sänger (der phantastische Benedikt Kristjánsson, der übrigens auch beim Matthäuspassions- Privatkonzert in Freiburg dabei war), Tasteninstrumente und Schlagwerk wurden Videocollagen einiger Choräle eingepaßt, die aus dem Home-Office von Musikern und Chören aus aller Welt stammten, das Ganze wurde live in alle Welt gestreamt und versammelte die weltweite Bach- Familie vor den Bildschirmen. Es entstand so vielleicht eine ganz neue Form eines Gesamtkunstwerkes, die Kind und Ausdruck der aktuellen Situation und nur dank der weltweiten Vernetzung möglich war, die aber zugleich ohne Netz und doppelten Boden ihren Reiz aus der enormen Reduzierung und Fragilität bezog.

…unsere Musik lebt vom Erschaffen und Beenden in der Spannung des Moments

Das alles kann kein Ersatz sein für ein echtes Live-Konzert mit persönlich anwesendem Publikum, denn unsere Musik lebt vom Erschaffen und Beenden in der Spannung des Moments, von der direkten Interaktion mit den Zuhörern, von der Nicht-Reproduzierbarkeit. Nur die Allerwenigsten werden zudem mit Online-Formaten ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Aber dieses Zusammenrücken in aller Vereinzelung gibt mir in aller Ungewißheit auch Hoffnung, denn es wird die Zeit kommen, in der wir wieder auf der Bühne stehen dürfen (oder woraus auch immer die jeweilige Freiberuflichkeit besteht)!

The best is yet to come…

Bis dahin freue ich mich über jede kleine Gelegenheit, doch Musik machen zu dürfen – so wie am Karfreitag bei der oben genannten und schon jetzt legendären minimalistischen Passionsaufführung in der Leipziger Thomaskirche, wo ich gemeinsam mit meinen Mitsängern stellvertretend für so viele Kollegen einige Choräle singen, und ebenso stellvertretend in weiten Teilen schweigen durfte. Bis dahin will ich weiterhin unbeirrt am Ball bleiben: sowohl mit dem beharrlichen Nachhaken hinsichtlich der bestmöglichen Justierung der Hilfsmaßnahmen in Bund und Ländern, als auch und vor allem darin, den Menschen, die sich hinter meiner Petition versammeln und „Einsmachen“, weiterhin Mut zuzusprechen.

Bis dahin gilt es durchzuhalten, und dann werden wir da sein: stark, kreativ, beseelt, hochmotiviert und wohl dankbarer als je zuvor!

The best is yet to come…

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David Erler (Altus) hat sich als europaweit gefragter Solist und Barockspezialist etabliert. Inspirierend ist für ihn dabei die regelmäßige Zusammenarbeit mit Manfred Cordes, Laurence Cummings, Philippe Herreweghe, Peter Van Heyghen, Jos van Immerseel, Wolfgang Katschner, Ton Koopman, Rudolf Lutz, Hermann Max, Gregor Meyer, Peter Neumann, Hans-Christoph Rademann, Ludger Rémy (†), Gotthold Schwarz, Jos van Veldhoven, Adam Viktora, Roland Wilson und weiteren renommierten Dirigenten. Bell’Arte Salzburg, Capella de la Torre, Collegium Marianum Prag, Ensemble Inégal, Gesualdo Consort Amsterdam, Il Gardellino, Lautten Compagney Berlin, Les Muffatti Brüssel, Musica Fiata, Nederlandse Bachvereniging, Weser-Renaissance Bremen und weitere Ensembles gehören zu seinen musikalischen Partnern; aufgrund seiner Stilsicherheit und Ensembleerfahrung laden ihn zudem renommierte Vokalensembles wie amarcord, Calmus Ensemble, Singer Pur, Singphoniker und Stimmwerck wiederholt als Gast für Konzerte und CD-Produktionen ein. Neben einer intensiven Beschäftigung mit der Vokalpolyphonie der Renaissance sowie regelmäßigen Projekten mit italienischem und besonders gern englischem Repertoire des 17. und 18. Jahrhunderts bildet die Musik des barocken Deutschlands sein Hauptbetätigungsfeld.
Unter den mittlerweile mehr als 80 CD-Veröffentlichungen sind besonders die Mitwirkung an der Heinrich-Schütz-Gesamteinspielung unter Hans-Christoph Rademann sowie die von ihm selbst mitinitiierte Gesamteinspielung des Vokalwerkes von Johann Kuhnau unter der Leitung von Gregor Meyer beim Label cpo hervorzuheben.
Er gastiert bei Festivals in Ansbach, Brügge, Halle/S., Leipzig, Göttingen, Klagenfurt, Passau, Stuttgart, Wien, im Erzgebirge und im Rheingau.

Neben seiner Arbeit als Sänger ist David Erler zudem als Editor und Lektor tätig. Er ist Herausgeber der Kantaten von Johann Kuhnau beim Verlag Breitkopf & Härtel: in den nächsten Jahren werden sämtliche erhaltenen Vokalwerke des Komponisten, überwiegend in Erstausgabe, vorgelegt. Jüngst erschien seine Neuedition des „Requiem“ (ZWV 46) von Jan Dismas Zelenka, weitere Arbeiten auf diesem Gebiet sind in Vorbereitung.

David Erler stammt aus dem sächsischen Vogtland und studierte Gesang an der Leipziger Musikhochschule, zunächst bei Maria Jonas, dann maßgeblich bei Marek Rzepka. Er wurde dabei als Stipendiat von der Hanns-Seidel-Stiftung München gefördert. Seinem Diplom folgte ein Musiktheoriestudium, weitere sängerische Anregungen erhielt er in Meisterkursen bei Andreas Scholl, Marius van Altena und The King’s Singers.

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