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Das falsche Leben – narzisstische Selbsttäuschung

Jeder kennt das, wenn auf einmal alte Verhaltensweisen und Gewohnheiten nicht mehr zum Ziel führen, nachdem sich das Umfeld gravierend verändert hat. So wie etwa nach einer Trennung oder einem Arbeitgeberwechsel, wenn man sich erst komplett umorientieren und an die neuen Gegebenheiten anpassen muss, um dieselben Bedürfnisse wie das nach Geborgenheit oder Anerkennung unter den geänderten Rahmenbedingungen zu erfüllen. Manchmal klappt das dann besser, manchmal aber auch schlechter als erwartet – dabei suchen und finden wir den Grund jedoch meistens eher im anderen als in uns selbst, vor allem dann, wenn es schwierig ist.

„Der neue Chef ist eine Katastrophe“ heißt es dann, oder „mein neue Freundin ist ja noch anstrengender als die alte“. Dass es aber vielleicht etwas mit uns selbst zu tun haben könnte, das wollen wir im ersten Moment nicht wahr haben. Wir wünschen uns, dass es mit der Veränderung des Umfelds getan ist und reden uns ein, es müsste nur endlich der oder die Richtige kommen, dann würde es endlich klappen mit dem großen Glück. Wirklich verändern wollen wir uns nur äusserst ungern, denn das wäre ja mit Anstrengung und womöglich einem Eingeständnis verbunden, wir hätten bisher Fehler gemacht. Und das gilt es unter allen Umständen zu vermeiden.

Vergleichbares erleben wir jetzt auch seit Beginn der Corona-Krise, wo sich Menschen auf einmal genau so verhalten und wie in der Zeit vor dem inzwischen üblichen Maskentragen und die Schuld bei denjenigen suchen, die „verhindern, dass alles wieder wie früher wird“. Da werden Maskenverweigerer und Impfgegner als Sündenböcke an den Pranger gestellt, um ihnen durch ihr regelwidriges und völlig unsolidarisches Verhalten den schwarzen Peter für die strengen Regeln der Systemretter zuzuschieben. Sie seien es, wegen denen wir nicht mehr wie vorher leben könnten, denn sie stellen ja inzwischen nur noch die große Gefahr der Ansteckung und der symptomlosen Erkrankung dar. Dass mit den neuen Regeln aber ziemlich unterschiedliche Reaktionen der Menschen in der Kommunikation und im gesellschaftlichen Umgang hervorgerufen werden, sollte dabei jedoch den ein oder anderen Selbstdenker nachdenklich stimmen.

Die einen haben große Angst, meiden soziale Kontakte und kapseln sich ab, konsumieren brav die Mainstream-Medien in der Hoffnung auf den Erfolg der behördlichen Maßnahmen und der Durchimpfung der Bevölkerung als Allheilmittel – sie hoffen, dass alles wieder gut und möglichst genau so wird wie vorher. Sie wollen sich nicht verändern, sie warten darauf ihr altes Leben zurückzubekommen und überlassen die Verantwortung dafür dem Staat. „Der Söder soll mal richtig durchgreifen und der Spahn endlich die Impfpflicht ausrufen.“

Da liest man dann auch auf einmal von führenden Verhaltensökonomen wie Armin Falk in der FAZ vom 30. Juli 2021 unverblümte narzisstische Abwertungen wie Impfgegner seien „eigennützig, träge und dumm“. Das erzeuge verheerende Folgen wie Todesfälle, psychische Schäden und Insolvenzen. Er spricht sogar von „Trittbrettfahrern, die gebrandmarkt und der Steuerhinterziehung gleichgesetzt gehören“, was einem Aufruf zur Diffamierung und damit einer öffentlichen Hinrichtung gleichkommt. Ich wage dabei sein Bewusstsein darüber zu bezweifeln, dass er mit seinem Aufruf zur Ausübung von Zwangsimpfungen und sogar der Einbeziehung des Impfstatus bei der Entscheidung, ob ein Nicht-Geimpfter bei einer tatsächlichen Erkrankung und der bisher immer nur hypothetisch befürchteten Knappheit von Beatmungsgeräten eine solche lebenserhaltende Behandlung statt einem Geimpften erhalten solle, bestimmte Bevölkerungsgruppen gezielt geringschätzt und damit Sichtweisen wieder hervorholt, die wir zuletzt aus den nationalsozialistischen Zeiten Deutschlands kennen. Politikern, die sich erst impfen lassen wollen, wenn die neuen Impfstoffe als ausreichend sicher gelten, rät er „Klappe halten, impfen lassen“. Aus psychologischer Sicht ist das Verhalten von Menschen wie ihm ganz typisch für Größenselbstnarzissten, die das falsche Leben und damit den Selbstbetrug weiter munter propagieren. Das skizziert den vergeblichen Versuch, die eigene Ohnmacht gegenüber einem Virus, das sich von Menschen niemals vollständig kontrollieren lassen wird, nicht spüren zu müssen. An die Stelle des eigenen Kleinselbst werden dann Sündenböcke wie autonome und selbstdenkende Menschen gestellt, die bewusste Entscheidungen über ihren eigenen Körper treffen (alias Impfverweigerer) – sie dürfen stellvertretend am medialen Pranger ausbluten. Man nennt das auch Mobbing.

Die andere Gruppe entwickelt dagegen ein großes Freiheitsbedürfnis und vertraut in ihre eigene Autonomie, knüpft neue liebevolle Kontakte und geht in den offenen Austausch, informiert sich umfassend und kritisch, um neue Überlebensstrategien zu entwickeln und ihr Glück etwa in Communityprojekten im Ausland zu suchen, wo Menschen zurück zu sich selbst und der Natur finden. Sie sind weniger abhängig von dem, was ihnen von größenwahnsinnigen Politikern vorgegeben wird, die meinen sie könnten Naturgewalten mit allen Mitteln kontrollieren. Sie bleiben selbst urteilsfähig und lassen sich weniger fremdsteuern, was natürlich für ängstliche und narzisstische Menschen ein großes Problem darstellt, da es deren mangelnde Affektkontrolle weiter auf die Probe stellt.

Der ein oder andere fragt sich jetzt vielleicht, womit das nun zusammenhängt, dass sich Menschen in Lebenskrisen und Veränderungssituationen so unterschiedlich verhalten und trotzdem jeder glaubt, seine eigene Lösung und Strategie wäre die Richtige. Die Psychologie hält hier einige aufschlussreiche Theorien bereit, von denen ich gerne einige auf Basis meiner eigenen Erfahrungen beschreiben möchte.

Im Januar 2021 habe ich selbst nach langem Zögern begonnen, auf Frische Sicht ein Podcast-Spezial zum Thema Psychologie zu starten, in dem inzwischen zahlreiche Experten aus Psychologie und Wissenschaft wie Prof. Franz Ruppert, Dr. Hans-Joachim Maaz oder Dr. Gerald Hüther zu Gast waren. Dort ging es um Themen wie psychische Manipulation, Narzissmus oder Ängste, die sich seit Beginn der Corona-Krise auch auf breiter gesellschaftlicher Ebene dominierend in unserem kommunikativen Verhalten gezeigt haben. Dr. Maaz, der als Psychiater und Psychoanalytiker u.a. das Buch „Die narzisstische Gesellschaft“ geschrieben hat, nennt das sich daraus ergebende selbstentfremdende Verhalten „das falsche Leben“ – die Flucht in den Selbstbetrug, um mit den erdrückenden Realitäten, oft unvorhersehbaren Risiken und dem Umgang mit realen oder befürchteten Gefahren psychisch irgendwie umgehen zu können.

Das erweist sich jedoch gerade in einer kranken Gesellschaft als äusserst destruktives Phänomen, da es die Heilung und damit die Lösung des Problems gerade erst verhindert. Zumindest so lange, wie die so entstehenden kompensatorischen Muster irgendwie funktionieren, um sich von sich selbst, den Risiken und damit den eigenen Ängsten abzulenken. Es fühlt sich also danach an, man würde mit der Gefahr gut umgehen und rational das Richtige tun. Jedoch entsteht diese Wahrnehmung rein aus der eigenen Prägung und damit der erlernten emotionalen Überlebensstrategie der Vergangenheit heraus, ohne weder irgendeinen echten Bezug zur Gegenwart zu haben noch eine belastbare Prognose über die Zukunft abgeben zu können.

Während der eine also aus der Angst heraus handelt und der festen Überzeugung ist, seine Strategie würde das Überleben sichern, so handelt der andere aus der Liebe und dem Vertrauen heraus. Er muss sich aber vom Ängstlichen den Vorwurf gefallen lassen, er wäre zu nachlässig, unvorsichtig und würde die Gefahr nicht ernst genug nehmen. Dabei sieht der Ängstliche nur die eine Lösung, die ihm von seiner Retterfigur vorgelebt wird, die er mit dessen Argumentation rein monokausal begründet. Während der Vertrauensvolle ganz viele Lösungen sieht, würde dies dem Ängstlichen jedoch seinen Selbstbetrug unerträglich vor Augen führen. Der gibt ihm in einer unkontrollierbaren Situation Sicherheit, was dieser natürlich nicht ertragen kann und deshalb abwerten und verdrängen muss. Letztere Mechanismen sind dabei typisch narzisstische Abwehrreaktionen, die jeder von uns anwendet, wenn das Ego sich angegriffen fühlt und meint sich verteidigen zu müssen.

Ich selbst bin in einem toxischen Familiensystem bei einer narzisstischen Mutter aufgewachsen, die in einer Endlosschleife die emotionalen Abwehrmechanismen aus ihrer eigenen Kindheit abspult und ihre eigenen Verletzungen auf andere projiziert. Dabei merkt so ein Mensch selbst nicht bewusst, dass das nie nachhaltig ans Ziel der tatsächlich erwünschten Bedürfnisbefriedigung führt, also den eigentlichen Wunsch nach Anerkennung und Liebe erfüllt. Es sind immer nur kurzfristige Affektentladungen möglich, die stets mit enorm viel Kraftaufwand verbunden sind und trotzdem keine langfristige Lösung bewirken. Zu bemerken oft auch an der Wahl der ausdrucksstarken Worte und dramatisierenden Szenarien, die eine entsprechende Drohkulisse aufbauen. Wie beim Ängstlichen, den die Lösungen des Vertrauensvollen einfach überfordern.

Auch mir waren diese Mechanismen lange nicht bewusst. Erst nach knapp 35 Lebensjahren hat mich eine schwere Lebenskrise zur eigenen Psychotherapie gebracht, in der ich die Grundlagen für meine heutige psychische Gesundheit als auch meinen zugehörigen Erkenntnisstand erlangen durfte. Inzwischen arbeite ich nicht nur als Coach & Mentor, sondern auch als psychologischer Berater mit dem Schwerpunkt auf gesunder Autonomie-Entwicklung zum Ausstieg aus narzisstischem Missbrauch. Ich möchte Menschen auf dem Weg zurück in ein glückliches und erfülltes Leben begleiten, in dem die eigenen Bedürfnisse nachhaltig befriedigt werden, ohne sich von anderen manipulieren zu lassen.

Die Gespräche mit den psychologischen Experten im Podcast, die bedenkliche gesellschaftliche Entwicklung und daraus resultierende Missstände sowie zahlreiche Selbsterfahrungen haben mich immer wieder an meine eigenen Grenzen gebracht. So durfte ich erkennen, wie wichtig insbesondere in einem kranken System Autonomie, Selbstliebe, Lösungsorientierung und Handlungsbereitschaft sind. Denn was bisher als Überlebensstrategie im gewohnten Alltag noch funktioniert hat, um sich bei Laune zu halten und den eigenen narzisstischen Selbstbetrug aufrecht zu erhalten, kollabiert auf einmal von heute auf morgen durch die unfreiwillige Konfrontation mit den eigenen traumatisierten Anteilen. Wo bisher ein abendlicher Besuch im Kino mit der erwartungsvollen Partnerin, die prunkvolle Weihnachtsfeier des erfolgsgetriebenen Arbeitgebers oder der sorglose All-Inclusive-Urlaub in einem vollgestopften Feriendomizil das eigene Ego ausreichend gestreichelt haben, um sich großartig und erfüllt zu fühlen, entsteht jetzt plötzlich ganz große Angst und Leere. Und zwar diese Art von innerer Leere, die bisher durch das ausgeblendet wurde, was alles im Außen vorzeigbar inszeniert wurde, um sich selbst vom Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit abzulenken. Plötzlich gibt es diese Ablenkung nicht mehr und jeder fällt auf sich selbst zurück – die Konfrontation mit dem eigenen Kleinselbst ist plötzlich unausweichlich und die narzisstische Wut muss sich irgendwohin entladen.

Das falsche Leben funktioniert nicht mehr.

Was des einen Leid, kann des anderen Freud sein. Einerseits tarnen sich jetzt immer mehr ängstliche Menschen im systemkonformen Leben und erhalten die unerschütterliche Hoffnung aufrecht, alles würde schon irgendwann wieder gut werden. Andererseits nutzen machtgierige Narzissten in ihrem unaufhaltsamen Größenwahn genau diese Anpassung der verängstigten Masse dazu, um ihr Wahngebäude immer mächtiger werden zu lassen. Und das gelingt ihnen solange, wie einseitig informierte Bürger ihrem eigenen Größenselbst nachgeben und die co-narzisstische Selbstbefriedigung zur weiteren Unterdrückung ihres eigenen liebesbedürftigen Kleinselbst als genug empfinden. So werden Gründe zur Rechtfertigung der spürbaren Unterdrückung gefunden, die dem manipulierten Selbst plausible Erklärungen liefern, warum sie totalitäre Maßnahmen mittragen dürfen, die noch bis Anfang des letzten Jahres völlig undenkbar gewesen wären. Und warum der Corona-Notstand trotz fehlender Evidenz in Punkto Überlastung des Gesundheitssystems von den inzwischen machtverwöhnten Größenselbstnarzissten im Bundestag wieder einmal verlängert wird.

Der Glaube an das Gute und damit die Hoffnung, das alte falsche Leben zurückzubekommen, lässt die traumatisierte und tief verletzte Seele Dinge ertragen, die kein gesunder autonomer Mensch jemals mit sich machen lassen würde. Und genau das zeigt sich aktuell im gesellschaftlichen Bild. Spaltung. Die Ängstlichen klammern sich an den Strohhalm der quasi willkürlich von den Größenwahnsinnigen definierten Schwellwerte bei den Inzidenzzahlen und deklarieren mit dem Überangebot des Impfangebots die Vertrauensvollen zu den eigentlichen Problemverursachern. Mit ihrem Körperbewusstsein und ihrer scheinbar inakzeptablen und rational nicht messbaren Vernunft machen sie die Ängstlichen noch ängstlicher. Auch wenn die ja ebenso an ihrer Angst arbeiten könnten, dazu gibt es ja schließlich fachlich kompetente Kollegen der psychotherapeutischen Zunft. Doch behauptet der in seiner monokausalen Abwehr lebenslang bestens trainierte Narzisst mit seinem unreflektierten co-abhängigen Gefolge weiterhin felsenfest, es müsse nur dieser eine Virus besiegt werden, dann wird alles wieder gut und wir können das falsche Leben weiter führen.

Kennt noch jemand das vielzitierte Sofa von Hempel’s, unter das alles gekehrt wird? Oder war es deren Teppich? Naja egal, Hauptsache schnell weg und wir müssen dort nicht genauer hinschauen oder gar aufräumen.

Wenn also jemand unbequeme Wahrheiten aufdeckt oder konträre Sichtweisen in den Raum stellt, wird schnell zur selben Maßnahmenkette gegriffen, wie sie auch der allmachtsfantasierende Größenselbstnarzisst im Ministergewand nutzt: Selbstüberhöhung, Projektion, Abwertung. Nur die eigene „richtige“ Betrachtungsweise hat Bestand und lästige Gegenbeispielsortierer werden mit Verweis auf geltende wissenschaftlich begründete Monokausalbetrachtungen diffamiert und aus der öffentlichen Reichweiten-Arena verbannt. Wohl dem, der es dabei schafft bei sich zu bleiben, den gesunden Verstand zu behalten und sich nicht von den zahlreichen Täuschungsmanövern manipulativer Psychotaktiken mürbe machen zu lassen. Und wem es jetzt noch gelingt, daraus den Zirkelschluss auf sich selbst zu ziehen, um daraus an die eigenen Themen zu kommen, der bewegt sich schon auf ganz dünnem Selbsterkenntniseis – das zu lecken womöglich sogar noch zur Selbstheilung führen könnte. Und zwar ganz ohne Retterfantasien anzuhaften, andere für das eigene Leid verantwortlich zu machen oder in den inzwischen gesellschaftlich anerkannten Mobbingreigen gegen Systemkritiker des falschen Lebens einzusteigen.

An dieser Stelle sei auch auf das wertvolle Gespräch mit meiner Kollegin Christiane Borowy verwiesen, mit der ich dazu über den zusammenhängenden Themekomplex Mobbing, Macht und Massen gesprochen habe. Es zeigt eindrucksvoll, wie unsere Gesellschaft gerade psychisch manipuliert wird.

Kann es denn nun auch einen Gewinn für das eigene System geben, wenn das falsche Leben schon nicht mehr funktioniert?

Ja, den gibt es! Genau so, wie gerade andere davon profitieren, um die Aufdeckung der narzisstischen Selbsttäuschung im kapitalistischen Neo-Liberalismus zu verhindern. Während dort zahlreiche monokausal begründete Maßnahmen durchgesetzt werden, um die vermeintliche alte Sicherheit wiederherzustellen, die es de facto noch nie gab. Jeder einzelne von uns, der sich medial allumfassend informiert, Aufklärung betreibt und seinem eigenen Herzensweg folgt, um aus Liebe und nicht aus Angst zu handeln, der hat jetzt die große Chance, aus seiner eigenen Traumabiografie auszusteigen. Denn verletzte Menschen verletzen Menschen, und zwar so lange, bis das eigene (Bindungs-/Entwicklungs-)Trauma entdeckt und geheilt wird. Und dem verfallen nicht nur Menschen, die offensichtlich andere unterdrücken und durch ihr Handeln verletzen, sondern auch diejenigen, die sich mit aller Gewalt für „das Gute“ einsetzen, um drohende Ungerechtigkeit zu verhindern. Beide sind unbewusst durch ihre Traumabiografie fremdgesteuert, bemerken die eigenen Drama-Reinszenierungen nicht und sind fest davon überzeugt, sie würden auf die richtige Lösung hinarbeiten, die nur sie selbst kennen. Jedem, der etwas anderes behauptet, wird mit schärfster emotionaler Verurteilung begegnet und mit Verweis auf das eigene zutiefst begründete Handeln der Widerspruch verwehrt.

Wie Franz Ruppert in seinem Buch „Wer bin Ich in einer traumatisierten Gesellschaft“ beschreibt, hilft nur der Ausstieg aus der immer wiederkehrenden Täter-Opfer-Spirale, indem das eigene Opfer- & Täter-Sein erkannt und die damit verbundene Opfer- & Täter-Haltung aufgegeben wird. Dabei ist es ein Irrglaube, nur Opfer zu sein, da immer auch eigenes Täter-Sein damit verbunden ist, das es ebenso gilt anzunehmen und zu Gunsten der Selbstheilung zu integrieren. Erst wenn wir die Rolle unserer Selbstverantwortung begriffen haben und aufhören können, immer wieder andere für unser eigenes Unheil verantwortlich zu machen, kann sich eine gesunde Autonomie entwickeln. Zusammen mit einem stabilen Selbstwert, einer funktionalen Bedürfniskommunikation sowie gegenseitiger Wertschätzung, Akzeptanz und Mitgefühl ist ein gewaltfreies Miteinander in Liebe möglich. Dort findet auch die Intuition Platz, die uns stets liebevoll leitet, frei von Vorurteilen und Konventionen. Angst und fehlende Empathie blockieren sie, aber ebenso Apathie oder Überengagement. Intuition wächst auf Bewusstheit und Selbstliebe, und sie lebt in Freiheit.

Mein Appell gilt daher der Selbstliebe, Autonomie und Freiheit. Das falsche Leben hat noch nie wirklich glücklich gemacht, es war eine funktionale Traumaüberlebensstrategie, um den eigenen Selbstbetrug aufrecht zu erhalten und unerwünschte Gefühle des „nicht gut genug seins“ zu unterdrücken. Zu echter Liebe und Vertrauen führen aber keine Kompensationsstrategien, sondern nur die bedingungslose Selbstannahme, erwartungsfreies wertschätzendes Miteinander und funktionale Bedürfniskommunikation. Angst, Hass und Selbstüberhöhung braucht ein solches System nicht mehr.


Aufruf zur Unterstützung:

Wenn du dich mit dem in diesem Artikel beschriebenen Thema identifizierst und etwas für die gesunde Autonomie-Entwicklung tun möchtest, um selbst aus dem narzisstischen Missbrauch auszusteigen oder anderen dabei zu helfen, so würde ich mich freuen, wenn du dich der gleichnamigen Initiative anschließt. Sie formiert sich derzeit in einer privaten geschlossenen Facebookgruppe und soll künftig als gemeinnütziger Verein auf breiter Ebene psychologische, soziale, gesellschaftliche, finanzielle und rechtliche Hilfestellung geben, um den bedenklichen Strömungen der narzisstischen Gesellschaftsentwicklung und damit der sich ständig wiederholenden Retraumatisierung von Menschen entgegenzuwirken. Insbesondere sollen hier Opfer von emotionaler Gewalt Hilfe finden, egal von ihrem gesellschaftlichen oder sozialen Status, und es soll Aufklärung zur Täterprävention erfolgen. Wenn du also dabei helfen möchtest und etwas dazu beitragen kannst, melde dich bitte.


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