Wir können uns jetzt selbst retten!

Laut Täglichen Lageberichtes des RKI zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) vom 02.01.2021 sind bislang 33.960 Menschen in Deutschland an oder mit der Krankheit namens COVID-19 gestorben. In Übereinstimmung mit der Darstellung des RKI, einer offiziellen Quelle, wird dabei nachfolgend der Zeitraum ab 01.03.2020 als Grundlage der Berechnung angenommen.(1) Demzufolge sind in den ersten zehn Monaten der Pandemie von epidemischer Lage im Durchschnitt 3.396 Menschen monatlich an oder mit COVID-19 gestorben. Der Sonderauswertung Sterbefälle – Fallzahlen 2016 bis 2021(2) des Statistischen Bundesamtes vom 29.01.2021, einer offiziellen Quelle, folgend, sind über die letzten fünf Jahre gerechnet durchschnittlich monatlich 78.668 Menschen in Deutschland gestorben. Der Anteil der an oder mit COVID-19 Verstorbenen beträgt also in den ersten 10 Monaten der epidemischen Lage von nationaler Tragweite im monatlichen Durchschnitt 4,3 %.

Durch die europäischen und weltweiten Lockdowns ist die Wirtschaft des Euroraums in den ersten drei Quartalen 2020 um 7,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr geschrumpft.(3) Dabei gilt für die einzelnen Länder: Je strenger die Lockdowns waren, desto schlimmer war der Wirtschaftsabsturz. Für das vierte Quartal wurden die Prognosen für die Eurozone wegen der zweiten Lockdownwelle von führenden Wirtschaftsforschungsinstituten vor Kurzem um 4,9 Prozentpunkte nach unten korrigiert. Statt eines Wachstums von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal soll die Euro-Wirtschaft nun um 2,2 Prozent zurückgehen. Man sieht daran gut die erneut dramatische Auswirkung von Lockdowns auf die Wirtschaftsleben.(4)

In Deutschland stellen kleine und mittelgroße Unternehmen über 71 Prozent aller Arbeitsplätze. Ende Oktober 2020, vor den jüngsten, staatlich verordneten Einschränkungen, hieß es bereits, die Corona-Lockdowns gefährdeten mehr als eine Million Arbeitsplätze bei mittelständischen Firmen. ›Bis zum Jahresende 2020 könnte es zu einem Verlust von etwa 1,1 Millionen Arbeitsplätzen kommen‹, sagte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib Ende Oktober, noch vor der zweiten Lockdown-Welle.(5) Seit der zweiten Lockdownwelle im Spätherbst hat sich die Lage weiter verschlechtert.(6) Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer sagte im Dezember für die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand, Finanzpolster, die manche Unternehmen in vielen Jahren aufgebaut hätten, seien in kürzester Zeit zusammengeschmolzen. ›Für viele Betriebe geht es um die Existenz‹.(7)

Darum geht es auch für Andreas Büdeker und deshalb ist der Besitzer des Fitnessclubs ›Brooklyn Finest‹ in Essen-Bergerhausen jetzt aufgestanden, um für seine Existenz zu kämpfen. Es liegt an uns, an jedem einzelnen, ob sein vollkommen friedlicher und gewaltfreier Kampf erfolgreich sein kann, indem wir ihn zu unserem Kampf machen. Denn Andreas Büdeker kämpft auch für uns.

›Ich habe ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden.‹ Andreas Büdeker wollte ursprünglich Polizist werden, um anderen zu helfen und schlug dann die Laufbahn eines Personenschützers ein: ›Als Personenschützer setze ich mein Leben für einen anderen Menschen ein, den ich für schützenswert halte.‹ Jetzt hält Büdeker nach 30 Jahren wieder seinen Kopf hin. Er betreibt, nein, betrieb bis letzten Herbst zwei Premium-Fitness-Clubs, einen in Neuss und einen in Essen. Nachdem im Herbst 2020 bereits das Unternehmen in Neuss insolvent gegangen war, steht nun auch das zweite Unternehmen, der Boxclub – Brooklynfinest, wegen des erneuten, flächen- und branchenübergreifenden bundesweiten Verbotes der Berufsausübung vor dem Aus, Büdeker vor dem Ruin.

Büdeker betreibt seit seinem 18. Lebensjahr Kampfsport, hat Spaß an Body-Building und träumte immer von einem eigenen Boxclub. Dafür gab er 2001 nach 10 Jahren seine sichere Stelle auf und nahm eine gesundheitliche Krise, die ihn mit einer schweren Lungenentzündung an den Rand der wirtschaftlichen und persönlichen Existenz brachte, zum Anlaß, sich seinen Lebenstraum zu erfüllen. ›Am Anfang habe ich alle Kurse selbst gegeben, heute bin ich Teil eines großartigen Teams, in dem wir uns alle als Familie sehen,‹ so Büdeker. ›Ohne diese ›Familiemitglieder‹ wären wir nicht so erfolgreich als Premium-Boxclub im oberen Preissegment. Mit Fitneßtraining machen wir Menschen von 6–66 Jahren seelisch und körperlich gesund, nein, haben wir Menschen bis vor zwei Monaten geholfen, gesund zu sein und zu bleiben, und ihnen ein positives Lebensgefühl vermittelt. Das war und ist unser Anspruch, dem wir solange gerecht werden, wie man uns läßt.‹

Dafür hat Büdeker nach dem ersten Lockdown, als die Fitneßstudios unter Auflagen wieder öffnen durften, das Trainingsprogramm umgestellt. ›Unsere Mitglieder haben alle Auflagen und Einschränkungen bereitwillig mitgetragen, den Verzicht auf alle Formen des Kontaktsports, das penible Säubern der Sandsäcke und die Einhaltung aller anderen Hygienevorschriften. Wir haben mit dem Einbau von Lüftungsanlagen und dem Kauf von Spuckschilden umfassend investiert.‹ Investitionen, die sich nur im laufenden Betrieb bezahlt machen können. Hygiene wurde im ›Brooklyn Finest‹ bereits vor dem ersten Lockdown so groß geschrieben, daß keine Reinigungsfirma beschäftigt wurde, sondern Andreas Büdeker das selbst erledigt. Bei Begehungen durch das Gesundheitsamt wurde in den letzten Monaten immer wieder festgestellt, daß unter anderem größere Abstände als gefordert eingehalten und auch sonst alles Erdenkliche zur Umsetzung des geforderten Hygienekonzeptes getan worden ist. Darum verwundert es auch nicht, daß es weder während des sogenannten ersten noch während des laufenden Lockdowns im ›Brooklyn Finest‹ zu Ansteckungen gekommen ist und sich auch trotz Büdekers wiederholter Aufforderung kein Mitglied mit Symptomen für COVID 19 gemeldet hat.

(1) Der Freizeit- und Amateursportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, Fitnessstudios, Schwimmbädern und ähnlichen Einrichtungen ist unzulässig.‹ 1 ›(1a) Abweichend von Absatz 1 dürfen Sportangebote, an denen eine Teilnahme regelmäßig aufgrund einer ärztlichen Verordnung erfolgt (vor allem Rehabilitationssport), angeboten und wahrgenommen werden, wenn nur Personen mit einer individuellen ärztlichen Anordnung teilnehmen.(8)

So lautete der für das Überleben des ›Brooklyn Finest‹ entscheidende Abschnitt in der Coronaschutzverordnung – CoronaSchVO des Landes Nordrhein-Westfalen vom 30.11.2020, der es ihm erlaubte, weiterhin Gesundheitskurse anzubieten und den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Angesichts des Wegfalls dieser Ausnahmeregelung mit der Fassung der ›Coronaschutzverordnung – CoronaSchVO‹ vom 07.01.2021 wurde Andreas Büdeker klar, daß mit dieser Corona-Schutzverordnung auch seine berufliche Existenz endgültig und unwiderruflich bedroht ist.

Dieses Geschäft ist mein Lebenstraum, mein Baby, mein Herzblut, das lasse ich mir nicht kaputtmachen und dafür kämpfe ich bis zuletzt.

Gesagt, getan: Büdeker drehte mit seiner Handykamera ein kurzes Video(9), in dem er seine Lage schilderte und zur Teilnahme an der Petion(10) an den Petionsausschuß des Deutschen Bundestages auffordert. Das kleine kurze Video ging auf Facebook so schnell viral, daß er mittlerweile Reaktionen und Zuspruch bis aus Finnland erhalten hat. Das Telephon steht nicht mehr still und das E-Mail-Postfach ist bereits zwei Mal zusammengebrochen. Büdeker hat einen Nerv getroffen und seine Initiative ist für uns, für alle an einer freiheitlich demokratischen Grundordnung in der Bundesrepublik Deutschland ernsthaft Interessierten eine echte Möglichkeit, auf friedliche und gewaltlose Art dieser Vision wieder einen entscheidenden Schritt näher zu kommen.

Es haben sich Menschen aus vielen Ländern und aus allen Branchen gemeldet und ich sage es nochmals laut und deutlich: Jeder, wirklich jeder, ob Bauer, Arbeiter, Angestellter, Freiberufler, Solo-Selbständiger, Unternehmer, jeder kann und sollte unterzeichnen. Jeder, der die Vision teilt, daß Menschen in Deutschland als Menschen zusammenstehen und wieder als eigenverantwortliche Bürger ernst genommen werden.

  1. Täglicher Lagebericht des RKI zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) S.4.
  2. Sterbefälle – Fallzahlen 2016 bis 2021
  3. Germany GDP Annual Growth Rate | 1971-2020 Data | 2021-2023 Forecast | Historical. Die folgende Darstellung der Wirtschaftslage eine Kurzfassung wesentlicher Punkte Christian Kreiß’ Artikel: Lockdowns und der Ausverkauf des Mittelstandes, dem an dieser Stelle ausdrücklich für die Übernahme seiner Arbeit gedankt wird 2.
  4. Deutsche Wirtschaftsnachrichten 22.12.2020.
  5. Deutsche Wirtschaftsnachrichten 23.10.2020.
  6. Deutsche Wirtschaftsnachrichten 13.12.2020.
  7. Deutsche Wirtschaftsnachrichten 06.12.2020.
  8. Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 (Coronaschutzverordnung – CoronaSchVO). Vom 30. November 2020. In der ab dem 9. Dezember 2020 gültigen Fassung‹.
  9. Das Video ist – Stand 30.01.2021 12:44 MEZ – noch an zwei Stellen einsehbar: https://youtu.be/1D-toAf9tNA und https://www.facebook.com/andreas.budeker/videos/3565905936792000
  10. Petion: https://480e80ba-62ab-4ade-a2d8-a4d888ec7769.filesusr.com/ugd/f265de_a23673a821bf4cc88ea1b35e70ad1e81.pdf

Bildnachweis: Symbolbild / shutterstock ©cymann

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